Beim Exorzismus sollen angeblich besessene Menschen, Tiere, Orte oder Gegenstände von bösen, dämonischen Wesen befreit werden, die zuvor Besitz von ihnen genommen haben. Eine dieser Personen war die Koreanerin Seonhwa P., weshalb ihre Familie eine Teufelsaustreibung in dem Frankfurter Hotel InterContinental im Zimmer 433 im vierten Stock durchführte, der jedoch für diese tödlich endete. Wie konnte es nur dazu kommen? Die 41 Jahre alte Ernährungsberaterin Seonhwa P. war im November 2015 gemeinsam mit ihrem Ehemann Kyunga G., ihrem 15 Jahre alten Sohn, ihrer 44 Jahre alten Cousine Doean K. sowie deren 19 Jahre alten Tochter Naree K., ihrem 21 Jahre alten Sohn und der Cousine Jin Suk. C. mit deren ebenfalls 15 Jahre alten Sohn nach Deutschland gereist. Doean K., die geschieden war, wollte im Rhein-Main-Gebiet, wo 8.000 Menschen mit koreanischen Wurzeln leben, der größten koreanischen Gemeinde Europas, eine Firma im Im- und Export eröffnen. In dieser sollte auch Seonhwa P. und deren Ehemann Kyunga G. einen Job bekommen. Sie hatte in Sulzbach am Taunus eine Doppelhaushälfte für alle Familienangehörigen gemietet. Doean K. war eine überzeugte Christin, die engen Kontakt zur evangelisch-koreanischen Zion Gemeinde in Frankfurt am Main pflegte, der sie 1.000 Euro spendete. Nach zweieinhalb Wochen kehrte Seonhwas Ehemann nach Korea zurück, der zu Weihnachten wieder zu seiner Familie nach Deutschland reisen wollte. Doch das Haus in Sulzbach entpuppte sich als Geisterhaus, in dem Dämonen und Geister ihr Unwesen trieben, weshalb die Kinder ständig Alpträume hatten. Trotz spiritueller Rituale, dem Ausstreuen von Granulat und Brandopfern konnten diese nicht vertrieben werden. Aus diesem Grund checkten die Familienangehörigen in das Hotel InterContinental in Frankfurt am Main ein, wo sie zwei Zimmer mieteten. In der Nacht zum 5. Dezember kam es dort zu einer tödlichen Teufelsaustreibung. Zuvor hatten die Familienangehörigen noch einmal das Haus in Sulzbach besucht, um einige Habseligkeiten abzuholen. Dabei war Seonhwa ein Dämon in der Garage erschienen. Seonhwas Zustand verschlimmerte sich danach immer mehr. An jenem Tag im Dezember fügte sie sich selbst nicht nur blutende Wunden zu und biss sich in ihre Zunge, sondern rief immer wieder laut zu den anderen Familienangehörigen, dass sie der Teufel sei und alle umbringen werde. In ihrer Verzweiflung fixierten die anderen Familienangehörigen Seonhwa auf dem Boden. Während Doean ihr den Kopf festhielt, setzten sich die Kinder auf ihre Arme und Beine. Damit Seonhwa nicht schrie, stopften sie ihr ein Handtuch und einen schaumstoffüberzogenen Kleiderbügel in den Mund, an denen Seonhwa letztendlich erstickte. Über 2 bis 3 Stunden dauerte die Teufelsaustreibung, in der Seonhwas Sohn mit seinem Vater telefonierte und bat für seine vom Teufel besessene Mutter zu beten, was dieser auch tat. Dann verständigten diese einen koreanisch evangelischen Geistlichen der Frankfurter Zion-Gemeinde, der auf ihr Hotelzimmer kam. Entsetzt von dem Anblick, der sich ihm bot, lief er zur Rezeption und alarmierte die Polizei. Als diese eintrafen, konnten sie nur noch Seonhwas Tod feststellen. Um Beweise zu sichern, fuhren sie zum Haus nach Sulzbach, wo sie in der Garage die Cousine Jin Suk C. in Mülltüten und mit Folie eingewickelt, dehydriert und unterzuckert vorfanden. Diese hatte sich am 3. Dezember 2015 beim Spaziergang verlaufen und den Weg nicht mehr zurück ins Hotel gefunden, weshalb sie nach Sulzbach ins Haus gefahren war, um dort auf ihre Cousinen und die Kinder zu warten. Nachbarn erzählten, dass diese stets die Rollläden unten gehabt und in vollständiger Dunkelheit gehaust hätten. Nachts wurden koreanische Lieder gesungen und immer wieder gab es entsetzliche Schreie zu hören. Wie sich herausstellte, sollten auf diese Weise die Dämonen aus dem Haus vertrieben werden. Doch ohne Erfolg. Doean und die anderen Familienangehörigen waren geschockt, dass Seonhwa tot war. Sie wollten sie nur von den Dämonen befreien. Doean gab an, dass sie schon öfters erfolgreich Teufelsaustreibungen durchgeführt hatte. In Südkorea werden Teufelsaustreibungen sowohl von christlichen Priestern als auch von traditionellen Schamanen praktiziert. Die Obduktion ergab, dass Seonhwa eindeutig erstickt war, deren Körper von Hämatomen übersät war. Am 10. Oktober 2016 startete das Gerichtsverfahren mit öffentlicher Hauptverhandlung vor der 3. großen Jugendkammer des Landgerichtes Frankfurt am Main gegen die insgesamt fünf an der Tat beteiligten Personen. Doean K. erhielt wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge eine 6-jährige Haftstrafe. Die anderen 4 Tatbeteiligten wurden wegen Körperverletzung mit Todesfolge in einem minder schweren Fall nach Jugendstrafrecht verurteilt. Der Sohn von Doean K. wurde zu 24 Monaten Haft, seine Schwester zu 21 Monaten Haft und die beiden 15 Jahre alten Jungen, darunter Seonhwas Sohn, zu 18 Monaten Haft verurteilt. Alle 4 Jugendstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Das verhältnismäßig milde Urteil begründete sich dadurch, das was am 5. Dezember 2015 im Hotelzimmer 433 geschah, sich aus spiritueller und religiöser Verblendung, ohne dass der Tod von Seonhwa P. beabsichtigt war, ereignet hatte. Der Fall erregte nicht nur national, sondern auch international großes Aufsehen und entfachte erneut heftige Debatten über Teufelsaustreibungen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Frankfurt am Main, wo Seonhwa im Hotelzimmer qualvoll ums Leben kam. 🙂 P.S. Ich wünsche Dir frohe Ostern und viel Spaß beim Eiersuchen. Liebe Grüße Isabella



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