Knusper, knusper, knäußchen, wer knuspert an meinem Häuschen? Mit dieser Frage lockte die böse Hexe aus Grimms Märchen „Hänsel und Gretel“ die beiden Geschwister in ihr Pfefferkuchenhaus. Eine Frau, die wie die böse Hexe mit Süßigkeiten unschuldige Kind in ihr Haus lockte, um sie zu vergiften, war die Sizilianerin Gaetana Stimoli. Die 33 Jahre alte Gaetana lebte in einem Haus in Adernó, einem kleinen Dorf in der Provinz Catania auf Sizilien. Gaetano war bei der Dorfbevölkerung nachdem Tod ihrer beiden Kinder durch eine grassierende Pestepidemie als Hexe verschrien. Keiner ahnte, dass diese eine kaltblütige Kindermörderin war. Ab September 1895 verschwanden im Dorf immer wieder Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren. Einige tauchten wieder auf, die über starke Magenschmerzen klagten und sich ständig erbrachen, bis sie schließlich qualvoll starben. Niemand konnte sich die mysteriösen Todes- und Vermisstenfälle erklären. Bis eines der Kinder überlebte. Dieses Kind, dessen Eltern den Marschall Giovanni Colombo, den Kommandanten der Adernó-Station aufgesucht hatten, sagte aus, dass eine Frau namens Gaetana Stimoli es mit dem Versprechen auf Süßigkeiten in ihr Haus gelockt hatte. Dort bekam es Gebäck zu essen und Milch zu trinken. Danach ging es dem Kind sehr schlecht. Ein Arzt wurde konsultiert, der eine Vergiftung mit weißem Phosphor und Bivona-Euphorbia-Saft feststellte. Eine Autopsie der gestorbenen Kinder bestätigte, dass diese an einem tödlichen Cocktail bestehend aus weißem Phosphor und Bivona-Euphorbia-Saft gestorben waren. Bivona-Euphorbia ist eine Pflanze aus der Familie Euphorbiaceae, die in Küstengebieten des Mittelmeers verbreitet ist und einen weißen Milchsaft produziert, der bei Verzehr hochgiftig ist. Damit hatte Gaetana die Kinder vergiftet, jedoch bei einem war die Dosis zu gering, so dass dieses nicht starb. Sofort wurde Gaetana Stimoli in ihrem Haus aufgesucht, die verhaftet werden sollte. Um einer Verhaftung zu entgehen, wollte diese sich mit den Glasscherben einer zerbrochenen Flasche ihre Pulsadern aufschneiden, um sich das Leben zu nehmen. Dies konnte jedoch verhindert werden. Doch der Transport von Gaetana ins örtliche Gefängnis gestaltete sich als schwierig, da der aufgebrachte Mob diese lynchen wollte. Darum scheiterte der erste Gefangenentransport. Erst spät in der Nacht konnte diese ins Gefängnis gebracht werden. Zunächst leugnete Gaetana die Morde. Doch aufgrund der erdrückenden Beweise gestand sie 23 Kinder getötet zu haben, von denen nur 10 Leichen je gefunden wurden. Gaetano war eine glücklich verheiratete Frau, die nach dem plötzlichen Tod ihrer beiden Kinder, glaubte, dass diese durch einen Unglückszauber verhext worden waren. Immer wieder sagte sie im Verhör das Wort „Strogati“, das im sizilianischen Dialekt „verhext“ bedeutet. Sie tötete die Kinder, damit ihre Mütter den selben Schmerz wie sie spürten. Dafür lockte sie diese mit Süßigkeiten und Spielsachen in ihr Haus, wo sie ihnen vergiftete Milch zu trinken gab. Mit dieser hatte sie auch das Gebäck bestrichen. Selbst ihren Neffen, den einzigen Sohn ihrer Schwester hatte sie damit umgebracht. Nur das Gefühl der Rache gab ihr Genugtuung. Gaetano, die laut psychiatrischem Gutachten, geistig gesund war, hatte einen extrem sadistischen Hang und war von ihren Rachegelüsten getrieben. Sie zeigte keinerlei Reue und bedauerte es nicht, die unschuldigen Kinder anderer Mütter getötet zu haben. Gaetana wurde zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Auch ihr Ehemann und 7 weitere Personen wurden verhaftet, die mit ihr magische Riten vollzogen hatten und ihre Komplizen beim Verschwinden der Kinder waren. Gaetana verstarb im Gefängnis. Damit war die böse Hexe endgültig Geschichte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der italienischen Metropole Mailand. 🙂

















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