Ein heimtückischer Mord an einem unbescholtenen Bürger ereignete sich zu Ostern 2008 im Münchner Umland. Am Ostersonntag hatte sich der 48 Jahre alte Münchener Finanzbeamte Anton Fanger von seinem Bauernhof in Kirchasch im Landkreis Erding zu seiner ehemaligen 36 Jahre alten Kollegin Sonja S. ins 100 Kilometer entfernte Augsburg aufgemacht. Die schwangere Sonja hatte den alleinstehenden Anton zum gemeinsamen Osteressen mit ihrem 62 Jahre alten Lebensgefährten, dem Orthopäden Wolfang R., eingeladen. Erst spätabends war Anton von seinem Osterausflug nach Hause zurückgekehrt. Mehrere Tage strichen ins Land, ohne dass Anton nach dem Osterurlaub unentschuldigt zur Arbeit erschien. Als seine besorgten Arbeitskollegen den gewissenhaften Anton nicht erreichen konnten, machte sie sich auf den Weg zu seinem Bauernhof. Dort angekommen sahen sie eine Pumpgun neben seinem Haus liegen. Voller Sorge klingelten sie, doch niemand öffnete die Tür. Die Arbeitskollegen alarmierten die Polizei. Nachdem auch diesen niemand die Tür öffnete, traten sie diese ein und gingen ins Haus, wo sie Anton tot am Fußende der Treppe liegend vorfanden. Neben ihm lag eine Patronenhülse. Überall im Haus war Blut verteilt und mehrere Dokumente lagen im Haus verteilt herum. Darunter auch ein Testament, in dem Anton seine Arbeitskollegin Sonja als Alleinerbin bestimmt hatte. Außerdem wurde ein Darlehensvertrag zwischen ihr und Anton gefunden, in dem ihr Anton 80.000 Euro zinslos auf 15 Jahre geliehen hatte. Die Obduktion ergab, dass Anton durch einen Schuss in den Nacken getötet worden war. Da es keinerlei Einbruchsspuren gab, musste Anton den Täter gekannt haben, weshalb er diesen ohne Bedenken ihn sein Haus gelassen hatte. Nachdem Auffinden der Dokumente rückte sofort Sonja ins Visier der Ermittler, weshalb diese Sonja und ihren Lebensgefährten aufsuchten, um diese zu befragen. Unverzüglich tischte Sonjas Lebensgefährte Wolfgang eine hanebüchene Geschichte auf. Er beschuldigte die Kameruner Mafia Antons ums Eck gebracht zu haben. Dieser stand angeblich im Kontakt mit einer Kamerunerin, die ihm eine Ehefrau aus ihrem Heimatdorf besorgen wollte. Doch Anton hatte einen Rückzieher gemacht. Aber die Frau bestand auf die vereinbarte Summe. Deswegen wurde Anton ermordet. Die Geschichte hätte kein Krimibuchautor besser schreiben können. Dann stellte sich bei den polizeilichen Untersuchungen heraus, dass Sonjas Lebensgefährte Wolfgang bereits 1986 vom Landgericht Darmstadt wegen Mordes und Versicherungsbetrugs zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Wolfgang praktizierte damals in Frankfurt. Da er in Geldnöten steckte, wollte er die Praxis in Brand stecken, um die Versicherungssumme zu kassieren. Doch sein Vermieter kam ihm auf die Schliche, weshalb er diesen betäubte und dessen Nasenschleimhäute aufritzte, woraufhin dieser an seinem eigenen Blut erstickte. Danach zündete er die Praxis an. Doch diese brannte nicht ab. Dadurch fanden die Ermittler die Spritze, mit der Wolfgang seinen Vermieter betäubt hatte. Wolfgang saß von 1986 bis 2003 in Darmstadt im Gefängnis. In Freiheit erhielt der zweifache Familienvater und viermal verheiratete Wolfang seine Approbation wieder. Die Ermittler waren sich sicher, dass Wolfgang der Täter und dessen Lebensgefährtin Sonja dessen Gehilfin war. Doch das Paar hatte ein Alibi. Dieses löste sich erst in Luft auf, als eine Nachbarin aussagte, dass sie Wolfgang am Tag der Ermordung von Anton im Fahrstuhl mit einer Tasche gesehen hatte. Angeblich musste dieser zu einem Notfall ins Zentralklinikum. Außerdem hatte sich zwischenzeitlich ein Psychotherapeut bei der Polizei gemeldet. Dieser sagte aus, dass ihm sein Patient, den Mord an einem Mann gestanden hatte. Nach Absprache mit der Ärztekammer, wurde dieser von seiner Schweigepflicht entbunden. Somit konnte dieser den Namen seines Patienten nennen und dieser lautete Wolfgang R., was für eine unverhoffte Wendung. Am 24. April wurde das Paar festgenommen, das zur Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim gebracht wurde. Trotz dass es keinerlei DNA-Spuren in Antons Haus von Wolfgang R. gab, kam es zur Anklage, da das Blut in dem Haus von Anton eindeutig einer Patientin von Wolfgang R. gehörte. Dieser hatte es ein paar Tage vorher ihr abgenommen. Die gefundenen Dokumente stellten sich als gefälscht heraus. Anton Fanger musste sterben, weil sich Sonja und Wolfgang eine 800.000 Euro teure Wohnung kaufen wollten. Am 30. Januar 2009 wurde Anklage gegen Wolfgang R. wegen Mordes an Anton Fanger erhoben. Am 25. August 2009 wurde dieser zu lebenslanger Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Sicherheitsverwahrung verurteilt. Seine Lebensgefährtin Sonja wurde freigesprochen, da Wolfgang sie zum Tatzeitpunkt betäubt in ihrer Wohnung zurückgelassen hatte. Doch Sonja wurde wegen Betrugs und Urkundenfälschung in einem anderen Fall zu einem Jahr und 6 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Sie hatte sich von Wolfgang fälschlich Krankheiten bescheinigen lassen, um dadurch vorzeitig in den Ruhestand gehen zu können. Der Mord an dem Finanzbeamten Anton Fanger schlug damals hohe Wellen. Wolfgang R. erhielt von den Medien den Namen „Dr. Mord“, der bis heute für zahlreichen Film- und Lesestoff sorgt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von München, wo Anton Fanger viele Jahre lang im Finanzamt tätig gewesen war, bis ihm von Wolfgang R. das Leben ausgehaucht worden war. 🙂






















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