Eine der besterhaltenen Festungsstädte in Europa ist die niederländische Stadt Naarden. Diese war Teil der Holländischen Wasserlinie, die der Verteidigung des Landes diente und ab 1816 errichtet wurde. Im Kriegsfall bot diese die Option für Flutungen, damit die feindlichen Truppen aufgehalten werden konnten, ehe diese die Niederlande erreichten. Seit 1996 zählt die Holländische Wasserlinie zum UNESCO-Welterbe. Die Festung Naarden bildete dabei eine der wichtigsten Anlagen, die zwischen 1675 bis 1685 errichtet wurde. Sie sollte die Bevölkerung des Hinterlandes vor den Angreifern schützen. Die sternförmige Festung im spanischen Stil mit ihren doppelten Mauern und Gräben besaß nur zwei Zugänge. Diese waren das Amsterdamse Poort und das Utrechtse Poort. Von den beiden Stadttoren existiert heute nur noch das Utrechtse Poort. Dieses Stadttor befindet sich auf der Ostseite der Festung Naarden zwischen den Bastionen Promers und Oranje. Das ursprüngliche Tor wurde 1680 anlässlich der Erweiterung des Verteidigungssystems erbaut, das 1877 durch das heutige Gebäude ersetzt wurde. Der Name des Tores leitet sich davon ab, dass das Tor den Eingang zur Stadt aus Richtung Utrecht ermöglichte. Es wurde nach den Plänen des Landvermessers Jacobus van Lokhurst gestaltet, das mittig einen offen Durchgang mit Profilmauern auf beiden Seiten besitzt. Auf der Stadtseite befindet sich das Wachgebäude aus Backstein mit reichen Natursteinverzierungen. Das Stadttor besitzt zwei Flügel beidseitig eines Tores über dem Durchgang, an denen zwei Türme mit Schießscharten stehen, die durch eine Brüstung miteinander verbunden sind. An den Türmen sind Gedenktafeln von König Wilhelm III. und dessen erster Ehefrau Sophie von Württemberg angebracht. Das imposante Tor wird vom Wappen der Stadt Naarden, einem Doppeladler, geschmückt. In der Nische über dem Durchgang befindet sich eine Skulptur eines stehenden Löwen mit Schwert in der einen und einem Bündel mit 7 Pfeilen in der anderen Tatze, das die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande symbolisiert. Über den Wassergraben führte früher eine bewegliche Brücke, die durch eine feste Brücke ersetzt wurde. Zwischen 1881 bis 1939 fuhr die Gooische Straßenbahn durch dieses Tor, die zwischen Amsterdam und Laren verkehrte. Anno 1980 wurde das Tor komplett renoviert, das seit 1994 ein Nationaldenkmal ist. Auch ich besuchte diesen steinernen Zeitzeugen in Naarden, der ältesten Stadt in der Gooi in der niederländischen Provinz Nordholland, die ein einzigartiges Freilichtmuseum mit ihren Bastionen, Waffenlagern und dem Utrechtse Poort ist, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂









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