Südlich von Leipzig im Leipziger Neuseenland liegt die Große Kreisstadt Borna direkt am Fluss Wyrha. Diese wurde erstmals 1251 urkundlich erwähnt. Jedoch existieren Belege, dass dieses Gebiet schon im 7. Jahrhundert durch slawische Stämme besiedelt war. Im 12. Jahrhundert entstand in der Altstadt eine Kaufmannssiedlung. Zu dieser gehörte auch die Kunigundenkirche, eine romanische Pfeilerbasilika, die um 1170 aus Backsteinen erbaut wurde. Diese zählt zu den am besten erhaltenen romanischen Backsteinbauten des 12. Jahrhunderts in Mitteldeutschland. Nachdem im 13. Jahrhundert der Marktplatz samt Rathaus errichtet worden war, wurde seit dem 14. Jahrhundert Borna mit einer Stadtmauer umgeben. Diese Stadtmauer wurde durch vier Stadttore dem Altenburger Tor und dem Pegauer Tor an der Westseite sowie dem Roßmarktsche Tor und dem Reichstor an der Ostseite unterbrochen. Doch nur das Reichstor überdauerte die Zeit, die anderen drei Stadttore fielen der Abrissbirne zum Opfer. Das einzig noch erhaltene Stadttor steht das am östlichen Ende der Reichsstraße nach dem Markt in Borna. Es wurde 1723 auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Vorgängerbaus nach den Entwürfen des sächsischen Baumeisters Johann Christoph Naumann im Barockstil errichtet. Das fünfgeschossige Reichstor mit Tordurchfahrt war das prunkvollste der vier Stadttore, die alle mit einem Torturm ausgestattet waren, dessen Name sich von seiner Lage an der früheren „Reichen Gasse“ ableitet. Anno 1786 wurde das Reichstor, um das Torschreiberhaus erweitert. Dieses zweistöckige Gebäude mit Sattelmansardendach, das aus massiven Bruchsteinen und Ziegel errichtet wurde, diente dem Torschreiber als Wohnung. Dieser staatliche Beamte kassierte und verbuchte von den ein- und ausfahrenden Händlern die Wegegelder. Nachdem Wegfall des Wegegeldes ging das Gebäude 1889 vom staatlichen in den städtischen Besitz über. Seit 1560 grenzte an der Südseite des Reichstors das Kornhaus, später das Malzhaus an, das einen Treppenaufgang zum Turm besaß. Als dieses jedoch 1882 abgerissen wurde, mussten aufwändige Baumaßnahmen sowohl am Turm als auch am anschließenden Torschreiberhaus durchgeführt werden. Im Laufe der Jahre wurden die Turmstuben als Gefängnis, Wachstube für die Bürgerwehr und als Wohnungen genutzt. Seit 1974 beheimatet dieses das Museum der Stadt Borna. Dort finden zahlreiche Ausstellungen statt. Auch ein Turmaufstieg mit Besichtigung der Türmerstube und Blick über die Innenstadt ist möglich. Auch ich kam bei meinem Besuch von Borna am Reichstor und dem Torschreiberhaus vorbei, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂





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