Der Terminator

Isabella Mueller @isabella_muenchen Wien

Einer der schlimmsten Serienkiller der Ukraine war Anatolij Jurijewitsch Onoprijenko, der von 1982 bis 1996 sage und schreibe 52 Menschen kaltblütig auslöschte, weshalb er auch den Beinamen der Killermaschine „Terminator“ in der Bevölkerung erhielt. Doch wer war dieser Serienkiller, der es bedauerte, dass er nicht sein Ziel erreicht hatte, 365 Menschen zu töten, einen Menschen für jeden Tag des Jahres? Anatolij wurde am 25. Juli 1959 in Lasky geboren. Als er erst 4 Jahre alt war, starb seine Mutter. Fortan kümmerten sich sein 13 Jahre älterer Bruder Valentin und sein Vater Juri um Anatolij sowie dessen Großeeltern und Tante, die ihn jedoch als er 7 Jahre alt war, ins Waisenhaus nach Privitnoe abschoben. Dies war der Auslöser für seine spätere Mordserie. Anatolij galt als Einzelgänger mit einer großen Klappe, der Forstwirtschaft an der Universität studierte. Er ging zur Handelsmarine, wo er als Seemann auf dem Kreuzfahrtschiff Maxim Gorkiy die Welt erkundete. Nachdem er aus der Marine ausgeschieden war, nahm Anatolij diverse Jobs an. Er heiratete und wurde Vater einer Tochter während dieser Zeit lernte er Serge Rogosin, einen Berufssoldat, kennen. Beide Männer freundeten sich an und beschlossen in einer Schnapslaune schlafende Menschen in ihren Autos auszurauben, um so sie ihre Haushaltskassen aufzubessern. Denn Anatolij, der eine kleine Familie zu ernähren hatte, verdiente auf dem Bauernhof, wo er zu dieser Zeit arbeitete, recht wenig. Am 14. Juni 1989 waren beide mit dem Auto unterwegs, als sie einen parkenden Lada in der Gegend von Sinelnikowo bemerkten. Anatolij ging mit seiner Schrotflinte dorthin. Im Auto schlief ein Ehepaar, das er tötete und ausraubte. Die Leichen versteckte er im Wald. Nur einen Monat später tötete er am 16. Juli 1989 ein weiteres Ehepaar in ihrem Auto. Diesmal verbrannte er die Leichen. Einen Monat später am 16. August 1989 tötete er eine fünfköpfige Familie, die in ihrem Auto saß. Ihre Leichen verbrannte er abermals. Danach brach Anatolij jeglichen Kontakt zu Sergej und seiner Familie ab. Er bereiste Europa, wurde aber wegen illegalen Aufenthalts immer wieder in die Ukraine abgeschoben wurde. Doch Anatolij gab nicht auf und kehrte immer wieder mit gefälschten Dokumenten zurück. Nach einem Ladendiebstahl in Wien, musste er dort eine Haftstrafe verbüßen. In Freiheit floh er nach Deutschland, wo er weitere Raubüberfälle beging, weshalb er erneut eine Freiheitsstrafe verbüßen musste. Dort wurde beschlossen Anatolij in eine psychiatrische Klinik zu verlegen, aus der er aber floh. Er schloss sich den Mormonen an, bis er im Frühjahr 1994 wieder in die Ukraine abgeschoben wurde. Erneut begann Anatolij zu morden, da ihm eine Stimme in seinem Kopf dies befahl. Fortan ging er immer nach demselben Modus Operandi vor. Nachts suchte er einsame Häuser auf. Er erschoss alle Familienmitglieder mit einer abgesägten Schrotflinte, nahm deren Wertgegenstände an sich und zündete dann die Gebäude an, um keinerlei Spuren zu hinterlassen. Nachdem 8 Familien in ihren Häusern in der Gegend von Lemberg nahe der polnischen Grenze ermordet worden waren, erfolgte im März 1996 die größte Fahndung in der Geschichte der Ukraine, bei der 2000 Polizisten und 3000 Soldaten ein Gebiet von 1000 Quadratkilometern durchkämmten. Tragischerweise wurde im März 1996 der 26 Jahre alte Yury Mozolo vom Sicherheitsdienst der Ukraine, der SBU, verhaftet. Diese glaubten, dass Yuri der Massenmörder war, weshalb ihn 3 Tage lang 6 Mitglieder der SBU sowie ein Staatsanwalt mit Elektroschocks, Schlägen und Verbrennungen folterten. Yuri starb während der Tortur. Daraufhin wurden die 7 Verantwortlichen vor Gericht gestellt und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Nur 17 Tage später, am 16. April 1996, wurde Anatolij verhaftet. Ein Verwandter, bei dem er Unterschlupf gefunden hatte, hatte sein Waffenlager entdeckt und daraufhin die Polizei verständigt. Anatolji wurde im Haus seiner Verlobten in Shitomir verhaftet. Makaber war, dass diese einen Verlobungsring trug, der einem der getöteten Opfer gehörte. Er gestand in den Verhören zunächst nur 8 Morde, erst später gab er die Morde an 52 Menschen zu. Dabei zeigte er keinerlei Reue. Die Bevölkerung forderte die Todesstrafe. Während seiner U-Haft erfolgten die Tatortbegehungen, bei denen Anatolji extrem von der Polizei beschützt werden musste, da ihn die Einwohner des jeweiligen Ortes lynchen wollten. Anatolji war 39 Jahre alt als er vor das Gericht in Schytomyr gestellt wurde. Nach viermonatigem Prozess wurde Anatolij zum Tode verurteilt. Doch seit dem Beitritt der Ukraine 1995 zum Europarat wird die Todesstrafe nicht mehr vollstreckt. Anatolji kam in das Hochsicherheitsgefängnis von Schytomyr unter der höchsten Sicherheitsstufe, wo er am 27. August 2013 an einem Herzinfarkt verstarb. Damit endete die Geschichte des Terminators. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Wien, wo Anatolji einst hinter schwedischen Gardinen saß. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!