Die Geburtsstunde des ersten Seebads in Europa fiel 1753 in dem englischen Küstenort Brighton. In diesem hatte sich erst kürzlich der britische Arzt Richard Russel niedergelassen, der zuvor eine Schrift über die heilsame Wirkung von Meereswasser verfasst hatte, in der er zum „dipping“ und „drinking“ riet. Das bedeutete, dass man nicht nur im Meerwasser baden, sondern dieses auch trinken sollte. Mit dieser Schrift löste er einen wahren Hype auf Brighton aus, das vom ehemaligen Fischerdorf zum hippen Touristenstädtchen wurde, das jährlich 8 Millionen Menschen besuchen. Inspiriert von diesem Seebad entstand in Doberan auf dem Heiligen Damm unter dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin, Friedrich Franz I., das erste Seebad in Deutschland. Der Herzog hatte auf Anraten seines Leibarztes Professor Samuel Gottlieb Vogel am 9. September 1793 dort ein Seebad genommen. Er war so begeistert, dass am 21. September 1793 das erste Badehaus in Betrieb genommen wurde und er höchstpersönlich als erster Badegast die Badesaison eröffnete. Schnell avancierte das Seebad an der Ostseeküste zu einem Hotspot des Adels, weshalb der Großherzog rund um die ehemalige Kuhweide Kamp, die er zur herrlichen Grünanlage mit zwei chinesischen Pavillons darauf anlegen ließ, ein Ensemble aus klassizistischen Bade- und Logierhäusern errichten ließ. So wurde aus dem ehemaligen Fischerdorf die mondäne Weiße Stadt am Meer, die zum Place to be der Schönen und Reichen wurde. Eines dieser prestigeprächtigen Bauwerke war das Großherzogliche Palais, das von 1806 bis 1809 nach dem Entwurf des Architekten Carl Theodor Severin erbaut wurde. Als Vorbild dienten die klassizistischen Villen seiner Lehrer Carl Gotthard Langhans und Friedrich Gilly. Dieses gilt bis heute das als eines der schönsten Gebäude in Bad Doberan. Bei der Sommerresidenz des Herzogs handelt es sich um ein langgestrecktes, zweigeschossiges Gebäude mit 4 monumentalen ionischen Säulen, auf dessen Gartenseite sich das Frühstückszimmer des Herzogs befand. Die Wände dieses sogenannten Ovalen Salons ziert eine französische Bildtapete, die die Liebesgeschichte von „Amor und Psyche“ darstellt. Heute wird dieser prächtige Raum für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Seit 1994 ist im Gebäude die Kreisverwaltung dort untergebracht. Auch ich kam bei meinem Besuch von Bad Doberan an dem Großherzoglichen Palais vorbei, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂









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