Auf sehr kuriose Weise verstarb 1567 der Stadthauptmann Hans Staininger, indem er über seinen 2,50 Meter langen Bart stolperte und sich dabei das Genick brach. Dies geschah in der beschaulichen Stadt Braunau am Inn, in dessen Geschichte sich eine seltsame Affinität zu eigenartigen Männern mit auffälliger Gesichtsbehaarung hervorhob. Denn bevor Adolf Hitler, der berüchtigte Träger eines markanten Schnurrbarts, dort das Licht der Welt erblickte, hatte Hans Staininger durch seinen Tod wegen seinem enorm langen Bartes bereits eine denkwürdige Geschichte geschrieben. Diese Anekdote ist nicht nur ein amüsanter Mythos, sondern auch Teil der lebendigen Geschichte der Region. Hans Staininger war nicht ursprünglich ein Bürger von Braunau, sondern stammte aus Pfarrkirchen in Niederbayern, wo er um 1508 geboren wurde. Sein Vater, ein Händler, stand ihm beruflich Pate, und auch Hans widmete sich dem Handel. Als im Jahr 1531 Kaiser Ferdinand den Brüdern Staininger einen Wappenbrief verlieh, erhielten sie Anerkennung für ihren Handel mit Vieh, insbesondere Ochsen aus Ungarn, die nach Österreich importiert wurden. Diese Tiere waren nicht nur für ihre Fleischproduktion von Bedeutung, sondern ihre Knochen, ihre Häute und ihr Fett dienten als Rohstoffe für Seife, Lederwaren und sogar Schwarzpulver. Hans Staininger, der später mehrfach zum Stadthauptmann von Braunau gewählt wurde, erlangte nicht zuletzt durch seinen imposanten Bart Berühmtheit. Dieser soll trotz regelmäßigen Schneidens eine beeindruckende Länge von 2,50 Meter gehabt haben. Diese ungewöhnliche Haarpracht führte letztlich zu seinem dramatischen Tod. Über die genauen Umstände seines Todes gibt es viele Geschichten. Eine populäre Erzählung besagt, dass Staininger über seinen weitläufigen Bart stolperte, als er während eines Brandes in der Stadt schnell handeln wollte. Dabei fiel er und brach sich das Genick. Eine andere Geschichte rankt sich um den Besuch einer berühmten Persönlichkeit, wobei Staininger so rasch aus seinem Bett aufsprang, dass er über seinen Bart stolperte und stürzte. Doch laut einer weiteren Anekdote erschreckte ihn die Nachricht vom Tod des Kaisers derart, dass er ebenfalls stolperte und sich tödlich verletzte. Ironischerweise starb in diesem Jahr kein österreichischer Kaiser, was diese Geschichte fragwürdig erscheinen lässt. Unbestritten bleibt jedoch die Existenz seines Barts, der heute im Bezirksmuseum Herzogsburg in Braunau zu bewundern ist. Nach seinem Tod wurde der lange Bart abgeschnitten und der Familie übergeben. Über die Jahre gelangte er zurück nach Braunau, nachdem die Stadtväter den Bart von den Erben erworben hatten, die ihn zunächst nicht verkaufen wollten. Neben dem Bart ist auch das Grabmal von Hans Staininger an der Stadtpfarrkirche von Braunau erhalten. Die Marmorfigur zeigt ihn im Stil der spanischen Hoftracht mit seinem imposanten Bart, welcher sich bis unter seine Füße erstreckt. In Braunau und darüber hinaus wurde Hans Staininger zu einer legendären Figur. Seine Geschichte geistert bis heute durch Europa, und verschiedene Darstellungen – Statuen und Gemälde – zeugen von seinem einzigartigen Erscheinungsbild. Der Bart, der ihm zum Verhängnis wurde, hat seinen Namen in den Geschichtsbüchern verewigt und sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Neben der Legende von Staininger gibt es weitere kuriose Bartgeschichten in der Weltgeschichte. Etwa der Fall von John Larabee, dessen Bart 1880 in einer Mühle in Massachusetts in die Zahnräder geriet und ihn fast lebendig skalpiert hätte. Oder der berühmte russische Zar Peter der Große, der erklärter Bartgegner war und bei seinem Amtsantritt eine Steuer auf Bärte erhob, um den Gesichtsausdruck seiner Nation zu modernisieren. Bärte sind seit jeher von kultureller und historischer Bedeutung. In der Antike galten sie als Zeichen der Weisheit und Autorität, während sie im Mittelalter oft mit Keuschheit und Askese assoziiert wurden. Heute erleben Bärte eine Renaissance, oft als Modeaccessoire oder Ausdruck individueller Identität. Doch die Geschichte erinnert uns daran, dass hinter jedem Bart oft mehr steckt als nur haarige Pracht – sei es ein tragisches Ende oder eine bizarre Anekdote. Während Hans Staininger durch seinen Bart einen tragischen Tod fand, hat diese Geschichte Braunau doch eine besondere lokale Berühmtheit beschert, die bis heute Besucher fasziniert. Es ist eine ironische Erinnerung daran, dass selbst die kuriosesten Aspekte unserer Vergangenheit ein Stück Identität formen können und uns neugierig machen auf die Geschichten, die hinter den Gesichtern und ihren Bärten stecken. In diesem Sinne wünsche ich Dir ein schönes Wochenende und einen zauberhaften Valentinstag. 🙂

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