Der Münzplatz mit dem Geburtshaus von Fürst von Metternich und seinen lustigen Figuren in der Koblenzer Altstadt

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Bei meinem ersten Besuch der historischen Stadt Koblenz, die als Tor zum Oberen Mittelrheintal mit seinen terrassenförmigen Weinbergen und Burgruinen gilt, entdeckte ich neben lustigen Figuren, auch das Haus von Fürst von Metternich auf dem Münzplatz. Der Münzplatz liegt zentral in der Altstadt und verdankt seinen Namen der ehemaligen kurfürstlichen Münze. Denn seit Mitte des 11. Jahrhunderts wurden die Münzen der Kurfürsten von Trier fast ausschließlich in Koblenz geprägt. Koblenz wurde sogar fürstbischöfliche Hauptmünzstätte und löste damit Trier ab. Ehemals gliederte sich die Münze in mehrere Gebäude auf, die Anfang des 19. Jahrhunderts den Erdboden gleich gemacht wurden und den Münzplatz freigaben. Auf dem Münzplatz befindet sich heute nur noch das alte Münzmeisterhaus, das an diese Zeit erinnert. Außerdem befindet sich auf diesem Platz auch das Haus Metternich, auch Metternicher Hof genannt, in dem 1773 Fürst Metternich, später Außenminister und Staatskanzler im österreichischen Kaiserreich, geboren wurde. Dieser leitete 1814/15 den Wiener Kongress, in dem entschieden wurde, das Rheinland an Preußen fiel. So wurde Koblenz Hauptstadt der neuen preußischen Rheinprovinz. Darum bekam Fürst von Metternich auch den Beinamen „Kutscher Europas“ verpasst. Besonders ins Auge stachen mir die lustigen Figuren, die auf dem Münzplatz verteilt sind. So wie der „Resche Hennerich“, der in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte. Auf einer Metall-Tafel vor der Figur stand folgendes: „Zivilcourage, vor keinem Angst, voll Witz, Humor – auch frech – das war bei uns der Schuster Heinrich Resch!“ Der junge Hennerich verdankt sein Denkmal einem schelmischen Streich, den er dem Militär spielte. Sein Lebenslauf ist schnell erzählt. Der junge Hennerich wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, erlernte den Beruf des Schusters und absolvierte seinen Militärdienst. Er liebte es mit seiner Trommel durch die Gassen Koblenz zu spazieren und hatte immer einen kessen Spruch auf den Lippen. Eines Tages trommelte er einen Militärmarsch. Dies galt als Zeichen des Alarms und so versammelten sich hunderte Männer auf dem Platz und legten sofort ihre Arbeit nieder. Auch die Offiziere kamen, die nichts von einem Alarm wussten. Der junge Hennerich hatte bewusst einen Fehlalarm ausgelöst, der ihm 6 Wochen Haft und das Denkmal auf dem Münzplatz einbrachte. Unweit vom „Reschen Hennerich“ befindet sich eine Skulptur, die eine Marktfrau und einen Schutzmann zeigt. Die Marktfrau soll angeblich die Großmutter des „Reschen Hennerichs“, die Blumenhändlerin „Blume Kläre“ gewesen sein, die gern mal zu tief ins Glas blickte und ihren Rausch in einer Gefängniszelle ausschlief. Die Skulpturen wurden vom Bildhauer Fritz Berlin in Bronze verewigt und zeigen Alltagsszenen aus der Zeit, als die Obrigkeit noch Pickelhaube trug und Schutzmann hieß. So steht unter dem Abbild der Marktfrau und dem Schutzmann folgendes geschrieben: „Die Marktfrau sagt zu dem Schutzmann: Das ist mir jetzt zu bunt, da hat der Hund der Nachbarin auf meinen Mann gepinkelt!“ Die Skulpturen sind wirklich sehr sehenswert und ich amüsierte mich herrlich bei ihrem Anblick. Der Münzplatz ist ein historischer Ort, der bei keinem Besuch der Koblenzer Altstadt fehlen darf. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Münzplatz in der Altstadt Koblenz. 🙂

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