Der Colombipark in Freiburg: Drogenumschlagplatz in der kriminellsten Großstadt Baden-Württembergs

@isabella_muenchen Isabella Müller

Etwas blauäugig hatte ich mir einen Wochenend-Trip nach Freiburg im Breisgau in einem Hotel direkt am Colombipark gebucht. Zu meiner Studienzeit war ich schon des Öfteren in der Schwarzwaldhauptstadt Freiburg gewesen und empfand ihre historische Altstadt immer sehr schön. Doch dies sollte sich bei meinem erneuten Besuch der Universitätsstadt Freiburg, die im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz liegt, ändern. Nachdem ich im staubigen Hotel eingecheckt hatte, machte ich mich auf die Altstadt zu erkunden. Mein Weg dorthin führte mich am Colombipark mit dem schönen Colombischlössle, das auf einer Anhöhe am Südhang des Hügels thront, vorbei. Ich wollte diese Parkanlage, auf der der sogenannte Glaciswein wächst, zusammen mit ihrem Colombischlössle entdecken. Doch schon am Eingang lauerten junge Männer und es wurde nicht besser. Die gesamte Parkanlage war von jungen Männern bevölkert, die auf Parkbänken mit Dosenbier in der Hand lautstark herumpöbelten. Wie ich später erfuhr ist der Park als Drogenumschlagsplatz berüchtigt und gilt seit einigen Jahren als No-Go-Area für viele Freiburger Bürgerinnen und Bürger, da er bei Drogendealern und Drogensüchtigen als beliebter Treffpunkt gilt. Hier sind schon zahlreiche sexuelle Übergriffe und Gewaltdelikte vorgefallen. Seit einigen Jahren versucht die Stadt dagegen vorzugehen und so wurde eine Umgestaltung des Parks beschlossen. Doch bis jetzt mit mäßigen Erfolg. Der stadtnahe Park, der zur Erholung dienen sollte, ist zum Schauplatz der kriminellen Szene in Freiburg geworden. Im Park befindet sich auch das Colombischlössle, in dem ein sehr sehenswertes Archäologisches Museum untergebracht ist. Das Colombischlössle wurde von 1859 bis 1861 im Stil der englischen Neugotik nach den Plänen des Freiburger Architekten Georg Jakob Schneider erbaut. Dieses Schlösschen steht auf der ehemaligen Bastion St. Louis, einem der wenigen Reste der Stadtbefestigung von Vauban aus dem 17. Jahrhundert. Den Namen verdankt die Villa ihrer Bauherrin der Gräfin Maria Antonia Gertrudis de Colombi y Bode. Die Gräfin wurde 1809 als Tochter eines spanischen Kaufmanns und Diplomaten und einer Adeligen mit deutsch sowie spanischen Wurzeln geboren. Nach dem Tod ihres Mannes beschloss die Gräfin sich in Freiburg niederzulassen und gab den Bau ihrer Villa in Auftrag, in der sie bis zu ihrem Tod 1863 wohnte. Im Jahr 1899 wurde das Grundstück von der Stadt Freiburg erworben. Von 1909 bis 1926 war hier die städtische Altertumssammlung zu sehen. In den Jahren 1947 bis 1952 regierte der Staatspräsident Leo Wohleb vom Colombischlössle aus das Land Baden. Seit fast 30 Jahren zeigt hier das Archäologische Museum Colombischlössle seine Schätze. Im Museum sind die ältesten Kunstschätze Südbadens bis zum mittelalterlichen Freiburg zu finden. Doch leider steht dieses Museum auf einem Platz, der mittlerweile zum Tatort für Drogen, Prostitution und Übergriffen geworden ist. Darum soll der Park für 2,5 Millionen Euro umgestaltet werden. Das neue Konzept sieht vor den Park in ein Naherholungsgebiet mit Wasserspielplatz, neuen Zugängen sowie einem Café zu verwandeln, der nicht von Gewalt und Drogenhandel dominiert wird. Ich bin gespannt, ob dieses verheißungsvolle Konzept, so umgesetzt wird. Zu wünschen, wäre es, dass diese Parkanlage bald wieder in neuer Blüte erscheint und zu einer grünen Oase für jedermann wird. Denn Freiburg hat viele Sehenswürdigkeiten und das Colombischlössle ist eine davon. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos vom berüchtigten Colombipark mit Colombischlössle in Freiburg. 🙂

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