Das Goliathhaus, mittelalterliches Statussymbol reicher Patrizierfamilien

Isabella Müller @isabella_muenchen Regensburg

Regensburg, die Donaumetropole, hat den Begriff steinreich wie keine andere Stadt in Deutschland geprägt. Dabei wird der Begriff wortwörtlich genommen, da die Regensburger Bürgerinnen und Bürger so reich waren, dass sie ihre Häuser aus Stein statt aus Holz und Stroh bauen konnten. Deshalb gibt es in Regensburgs Altstadt viele Patrizierhäuser aus Stein, die ähnlich wie die Burgen im Mittelalter einen Turm hatten. So war es im Mittelalter üblich, dass der Reichtum einer Familie am Haus durch einen angebauten Turm gezeigt wurde. Wer Geld hatte, baute einen Turm an sein Haus nach dem Motto: höher, schneller, weiter. Je höher der Turm, um so wohlhabender war die Familie. Diese Türme wurden aufgrund ihrer Bauweise als Geschlechtertürme bezeichnet, deren Bauweise in der Toskana entstanden war und die im Mittelalter als das Statussymbol einflussreicher städtischer Familien galten. Die Stadt Regensburg war im Mittelalter eine florierende Handelsmetropole, die von ihrer Lage an der Donau profitierte. Bei meinem Besuch der Altstadt, die seit 2006 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, konnte ich viele dieser Patrizierhäuser mit ihren Türmen, die in verwinkelten Gassen mit Kopfsteinpflaster standen, bewundern. Diese prunkvollen Patrizierhäuser reicher Kaufleute aus dem Mittelalter sind prägend für das Stadtbild von Regensburg. Auch die Skyline dieser 2000 Jahre alten Stadt mit ihren über 40 Türmen beeindruckte mich sehr. Mein persönlich schönstes Patrizierhaus mit Turm ist das Goliathhaus, das sich direkt in der historischen Altstadt befindet. Mir fiel dieses Haus sofort ins Auge, denn seine Fassade ziert ein wundervolles Außenfresko, das den Kampf zwischen David und Goliath zeigt. Dieses Gemälde, das den imposanten Geschlechterturm ziert, wurde 1573 vom damaligen Besitzer Melchior Bocksberger in Auftrag gegeben. Das Goliathhaus wurde um 1260 erbaut und galt als das Stammhaus der reichen Patrizierfamilie Thundorfer, später der Dollingers, Mallers und der Nürnberger Patrizier Tucher. Im Jahre 1845 wurde das Gemälde von Hans Kranzberg restauriert und um ein Frosch Graffiti ergänzt. Der humorvolle Restaurator setzte damit den pensionierten Beamten Anton von Quentel ein Denkmal, der dort täglich hoch zu Ross im grünen Frack vorbeiritt. Eine Gedenktafel an der Rückseite des Hauses erinnert an Oskar Schindler, der bis 1945 völlig mittellos als Kriegsflüchtling dort lebte. Oskar Schindler, der selbstlos Hunderte von Juden vor dem Tod bewahrte, wurde dank des Spielfilms „Schindlers Liste“ des Regisseurs Steven Spielbergs posthum weltberühmt. Die mächtige Patrizierburg ist eine der Sehenswürdigkeiten in Freiburg, die immer noch für große Augen bei Jung und Alt sorgt. Heute befinden sich in diesem Gebäude Geschäfte, Altstadtwohnungen und das Turmtheater. Ich war fasziniert von diesem monumentalen Bauwerk mit seinem prächtigen Gemälde, das 2012 erneut saniert wurde und in neuem Glanz erstrahlt. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Regensburgs Altstadt und dem Goliathhaus. 🙂

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