Posseltslust: Märchenhaftes Lusthäuschen

Isabella Müller Heidelberg @isabella_muenchen

Ein kleines Lustschlösschen mit Türmchen aus rotem Neckartäler Sandstein befindet sich am Hang des Königsstuhls, einem über 560 Meter hohen Berg im Odenwald. Dieses märchenhafte Kleinod stiftete der Heidelberger Stadtrat und Pharmazie Professor Dr. Louis Posselt seiner Nachwelt. Testamentarisch hielt er fest, dass nach seinem Tod ein „Aussichthürmchen und Lusthäuschen“ errichtet werden sollte. So entstand nach Posselts Ableben ein im Stil der Frührenaissance schmaler Turm mit offener dreibogiger Vorhalle und Aussichtplattform, der perfekt als Kulisse für zahlreiche Ritterfilme genutzt werden könnte. Posselt, der 1817 in Heidelberg geboren wurde, verbrachte nach dem Scheitern der Badischen Revolution 10 Jahre im Exil in Mexiko. Dort arbeitete der gelernte Pharmazeut als Minensachverständiger. Nach seiner Rückkehr in seine alte Heimat, wurde er 1860 in Heidelberg zum Professor für Pharmazie berufen. Zudem trat er in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Stadtrat. Das Lustschlösschen entstand nach den Plänen des Heidelberger Stadtbaumeisters Gustav Schaber und wurde am einjährigen Todestag seines Stifters am 21. August 1881 eingeweiht. In den Jahren von 2008 bis 2009 nahm die Stadt Heidelberg aufwendige Sanierungsarbeiten vor, die von der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ finanziell unterstützt wurden. Dieses kleine Lustschlösschen mit Aussichtsturm, die sogenannte Posseltslust, benannt nach ihrem Stifter, besuchte ich bei tropischen Temperaturen. Idyllisch am Heidelberger Stadtwald gelegen konnte ich dieses Bauwerk das zur Erholung und Besinnung erbaut wurde, aus nächster Nähe betrachten. Nachdem ich einen mit Kies ausgeschütteten Vorplatz überquert hatte, kam ich zur Vorhalle mit ihren drei Rundbögen und einen runden, steinernen Tisch im Zentrum. Dahinter entdeckte ich den Eingang zum 15 Meter hohen Rundturm. Eine Wendeltreppe führt sowohl zur Terrasse auf dem Flachdach der Loggia als auch zur Plattform auf den Turm, die durch eine Sandstein-Rüstung mit schlüssellochförmigen Zieröffnungen gesichert sind. Beide Aussichtspunkte bieten einen großartigen Rundblick über die Kraichgaulandschaft, den ich aufgrund der Corona-Vorschriften leider nicht genießen konnte. Trotzdem genoss ich meinen Ausflug zu diesem wunderschönen Ort der Ruhe und Entspannung am Rande des Heidelberger Stadtwaldes, den auch viele verliebte Pärchen liebend gern besuchen. Denn was ist romantischer als ein kleines Dornröschenschloss mitten im Wald. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

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