Die Feldherrnhalle und das Drückebergergasserl in München

Isabella Müller München @isabella_muenchen

Ein besonderer Anblick bot sich mir am südlichen Ende des Odeonsplatzes in München. Dort befindet sich die imposante Feldherrnhalle, die ihrem Florenzer Vorbild, der Loggia dei Lanzi, in nichts nachsteht. Einheimische wie Touristen lieben es im Sommer auf den Stufen der großen Freitreppe zu sitzen und bis zum prächtigen Siegestor zu schauen. Ich bin immer wieder von dieser geschichtsträchtigen Prunkhalle mit ihren drei Rundbogenarkaden fasziniert, die in den Jahren von 1841 bis 1844 von dem Hofarchitekten Friedrich von Gärtner auf Wunsch des König Ludwig I. zu Ehren des bayerischen Heeres nach italienischem Vorbild errichtet wurde. Die prachtvolle Feldherrnhalle bildet die Verbindung von der historischen Altstadt zur neuen Prachtstraße und beherbergt in ihren Seitenarkaden die Bronzestandbilder des Graf Tilly und des Generals von Wrede, die aus erbeuteten Kanonen gegossen wurden. Im Jahr 1894 wurde in der Mitte der Halle ein bayerisches Armeedenkmal aus Bronze unter Prinzregent Luitpold aufgestellt. Dieses Denkmal von Ferdinand Miller dem Jüngeren gedenkt dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871. Doch die beiden Hauptattraktionen, die majestätischen Löwen an den beiden Seiten der mittigen Freitreppe, wurden erst 1906 aufgestellt. Die Wächter aus Südtiroler Marmor von Wilhelm Ruemann sind die eigentlichen Stars dieser wunderschönen Halle, die nach dem dort vereitelten Hitlerputsch am 9. November 1923 zur Kultstätte der Nationalsozialisten avancierte. An der Ostseite ließ Adolf Hitler nach seiner Machtergreifung 1933 eine Bronzetafel anbringen und jeder, der dort vorbeiging, musste per Hitlergruß dieser Ehre erweisen. Wer dies nicht wollte, nahm die Viscardigasse hinter der Feldherrnhalle und gelangte so ohne Hitlergruß zum Odeonsplatz. Diese Begebenheit brachte der Gasse den Beinmanen „Drückebergergasserl“ ein. Heute erinnern goldene Pflastersteine an den stillen Prostest der Passanten. Diese 18 Meter lange Spur aus 44 Steinen wurde von Bruno Wank geschaffen. Die Feldherrnhalle war schon immer ein Platz für Versammlungen, Demonstrationen und Konzerte. Sie ist nicht nur ein Denkmal, sondern erinnert auch an die Gefahren des politischen Extremismus. Die klassizistische Loggia aus Kelheimer Kalkstein nach italienischem Vorbild ist ein historisches Bauwerk und für mich eine prunkvolle Sehenswürdigkeit in der Maxvorstadt in München. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

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