Die Gardekirche in Wien: Zehn Messen jeden Sonntag mit 2.500 Gläubigen

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Nach meinem Besuch des herrlichen Schlossgarten Belvederes entdeckte ich die Gardekirche. Diese kleine Kirche befindet sich gegenüber vom unteren Belvedere am Anfang des Rennwegs im 3. Wiener Gemeindebezirk. Errichten ließ die Kirche Maria Theresia von 1755 bis 1763 nach den Plänen des Architekten Nikolaus Pacassi. Einst hieß die Kirche Kaiserkapitalkirche zum gekreuzigten Heiland. Ihr heutiger Name Gardekirche zum heiligen Kreuz stammt daher, dass Joseph II. das Spital als Unterkunft für die Polnische Leibgarde umfunktionierte. Im Jahr 1897 wurde die Gardekirche das Zentrum des polnischen Ordens der Resurrektionisten und ist seit 1898 polnische Nationalkirche. Drei Jahre später wurde die Kirche renoviert und ihr Glockenturm erhöht. Heute ist die Gardekirche der Treffpunkt der Wiener polnischen Community und so treffen sich dort sonntags insgesamt 2.500 Gläubige. Darum werden sonntags zehn Messen gelesen, da nicht alle Gläubigen gleichzeitig in der Kirche Platz haben. Dieser kleinen Kirche fernab des Touristen-Mainstreams stattete ich eine kurze Stippvisite ab. Seitlich vor dem Eingang konnte ich die Bronze-Statue des Papstes Johannes Paul II. bewundern, die anlässlich seiner drei Österreich-Besuche im Jahr 2001 aufgestellt wurde. Durch eine Glasscheibe konnte ich den Innenraum begutachten. Dieser ist im stilvollen Rokoko mit üppigen Stuckverzierungen in Gold- und Weißtönen gehalten und auf die ovale Kuppel mit Laterne hin ausgerichtet. Besonders beeindruckend sind die barocken Altarbilder. Am Hochaltar ist ein Gemälde von Christus am Kreuz des österreichischen Malers Peter Strudel zusehen. Am rechten Seitenaltar ist ein Bildnis der heiligen Elisabeth von Portugal und am linken Seitenaltar ein Gemälde vom Tod des heiligen Joseph von Ignaz Heinitz von Heinzenthal angebracht. Die kleine Gardekirche ist ein bedeutendes Beispiel des Rokoko in Wien. Mir gefiel mein kleiner Abstecher zu dieser Kirche, die für die über 26.000 in Wien lebenden Polen ein Stück vertraute Heimat in der Fremde bedeutet. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieser Kirche. 🙂

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