Lady Gucci

Isabella Mueller @isabella_muenchen Mailand

Mit dem Film „House of Gucci“, der Anfang Dezember in die deutschen Kinos kam, wurde die Ermordung des Gucci-Erben Maurizio Gucci, die 1995 weltweit die Medienlandschaft beherrschte, verfilmt. Maurizio Gucci war ein Mode-Mogul, der am 27. März 1995 als er die Marmortreppe zu seinem Mailänder Büro in der Via Palestro hinaufstieg zuerst von drei Schüssen in den Rücken und dann von einem Schuss aus nächster Nähe in die linke Schläfe getroffen. Er sank sofort tot zu Boden. Sein Pförtner Giuseppe Onorato wurde ebenfalls von zwei Schüssen getroffen, konnte aber gerettet werden. Der Killer stieg nach dem Attentat in ein Auto, in dem ein Komplize wartete und fuhr davon. Die Mailänder Polizei ermittelte in alle Richtungen, wer den Enkel des Firmengründers Guccio Gucci ermordet haben könnte. Steckte die Mafia dahinter oder war es ein Wirtschaftsmord wegen dunkler Kapitalgeschäfte? Diese Fragen konnte der lombardische Polizeichef Filippo Ninni erst 1997 klären. Ein Insider steckte ihm, dass ein Portier eines Mailänder Stundenhotels damit geprahlt hatte, am Gucci-Mord beteiligt gewesen zu sein. Der Portier war Ivano Savioni und dieser war der Freund von Giuseppina Auriemma, der besten Freundin von Patrizia Reggiani, der Ex-Frau von Maurizio Gucci. Damit war die Verbindung zu Patrizia Reggiani hergestellt. Diese hatte Ende der 1960er Jahre auf einer Party in einem angesagten Mailänder Club Maurizio Gucci kennengelernt, der sofort fasziniert war, da ihn Patrizia an die große Leinwandgöttin Elizabeth Taylor erinnerte. Gegen den Rat seines Vaters Rodolfo heiratete Maurizio Gucci Patrizia Reggiani 1973. Nachdem der begehrte Erbe der Mode-Dynastie Gucci sein Jura-Examen absolviert hatte, zog das Paar nach New York und führte fortan im Onassis-Tower ein Leben in Saus und Braus . Beide galten als das Traumpaar der italienischen High Society. Mit der Geburt der beiden Töchter, 1976 Allesandra und 1981 Allegra, schien das Glück perfekt. Doch hinter der heilen Welt Fassade brodelte es gewaltig. Intrigen, Machtkämpfe innerhalb der Familie, vor allem mit Maurizios Onkel Aldo Gucci, der nach dem Tod seines Bruders Rodolfo, um die Kontrolle des Modeimperiums Gucci kämpfte, bestimmten schon längst den Alltag von Maurizio und Patrizia. Nach 12 Ehejahren packte Maurizio Gucci seine Koffer, aber nicht um auf eine Dienstreise nach Florenz zu gehen, sondern für immer aus dem Leben von Patrizia Reggiani zu verschwinden. Ein Freund teilte dieser mit, dass Maurizio sie für eine jüngere Frau verlassen hatte. Welch ein Schlag ins Gesicht für die divenhafte, schillernde Signora, die in der feinen Mailänder Gesellschaft als „volgarotta“, ordinäre Aufsteigerin bezeichnet wurde. Gesundheitlich ging es ihr immer schlechter, schließlich wurde ihr 1992 ein Gehirntumor entfernt. Der erbitterte Rosenkrieg endete im Jahr 1993 mit der rechtskräftigen Scheidung. Im selben Jahr verkaufte Maurzio Gucci die übrigen 50 Prozent an die Firma Investcorp International, die seit 1989 50 Prozent des Modeimperiums besaß. Zwei Jahre später ließ die gefallene Jetset-Königin Patrizia Reggiani ihren Ex-Mann ermorden. Beteiligt waren neben ihrer Freundin und Wahrsagerin Giuseppina Auriemma, die seit 1994 bei ihr wohnte, deren Freund Ivano Savioni und dessen Bekannter Orazio Cicalo, der Fahrer des Fluchtautos. Dieser hatte Benedetto Ceraulo als Killer für den Mord an Maurizio Gucci angeheuert. Als Honorar erhielt Giuseppina Auriemma und Ivano Savioni 50.000 Mark, währen der Killer Ceraulo 350.000 Mark und sein Chauffeur Cicalo 150.000 Mark erhielt. Am 31. Januar 1997 wurde die 5-köpfige Bande verhaftet und angeklagt. Patrizia Reggiani, die vehement bestritt den Mord an ihren Ex-Mann in Auftrag gegeben zu haben, gab an von ihrer Wahrsagerin Giueppina Auriemma, die wegen der Beteiligung an der Ermordung von Maurizio Gucci zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde, manipuliert worden zu sein. Nach ihrer Aussage hatten die vier den Mord an ihrem Ex-Mann ohne ihren Auftrag begangen und sie anschließend erpresst. Doch laut Anklage handelte es sich um „ein eiskalt, geplantes Verbrechen“, das Patrizia Gucci aus „Geldgier, Hass und Neid“ in Auftrag gegeben hatte. Im Jahr 1998 wurde sie in erster Instanz zu 29 Jahren Gefängnis, die in letzter Instanz auf 26 Jahre verkürzt wurden, verurteilt. 2013 wurde sie aus dem Gefängnis San Vittore entlassen, die restliche Strafe sollte sie mit Sozialdiensten ableisten. Seitdem lebt die ehemalige Jet-Set-Königin, die in den Medien als „Lady Gucci“ bekannt ist, in der Modemetropole Mailand. Bei Interviews, in denen sie ab und an ihr Haustier, einen Papagei, mitnimmt, antwortete sie stets auf die Frage nach dem Motiv mit dem italienischen Wort „Stizza“, was eine Mischung zwischen Ärger und Wut bedeutet. Kontakt zu ihren beiden Töchtern hat sie keinen mehr. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der italienischen Modemetropole Mailand. 🙂

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