Die Agentin mit Herz

Isabella Mueller @isabella_muenchen Wien

Im Jahr 1990 lief der KGB-Oberst Wassili Nikititsch Mitrochin in den Westen mit brisanten Material über geheime Pläne der USA über. Darunter waren auch Dokumente über die US-Raketensysteme „Peacekeeper“ und „Tomahawk“. Diese hatte keine Geringere als die bis dato als Fotografin bekannte Edith Tudor-Hart spioniert. Keiner hatte geahnt, dass diese als KGB-Agentin unter dem Codenamen „Stellarpfeil“ ein Doppelleben geführt hatte und maßgeblich daran mitgemischt hatte, dass die UdSSR nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in den Besitz einer Atombombe kam. Edith erblickte am 28. August 1908 als Tochter der Sozialdemokraten Adele Bauer und Wilhelm Suschitzky das Licht der Welt. Ihr Vater betrieb zusammen mit seinem Bruder Philip in der Favoritenstraße 57 im 10. Wiener Gemeindebezirk Wieden eine Buchhandlung. In diesem Bezirk in der Petzvalgasse 4 wuchs Edith gemeinsam mit ihrem Bruder Wolfgang auf. Nachdem Ende des Ersten Weltkrieges durfte Edith aus gesundheitlichen Gründen einen Aufenthalt zur Erholung in Schweden verbringen. Im Alter von 16 Jahren begann sie bei der Montessoripädagogin Lili Roubiczek eine Ausbildung als Kindergärtnerin. Ein Jahr später reiste sie für ein Praktikum nach England. Als sie nach Wien zurückkehrte lernte sie den engagierten Kommunisten, Verleger und Chemiker Arnold Deutsch kennen und lieben. Dieser wurde Ediths erste große Liebe, die mit 18 Jahren der kommunistischen Jugendbewegung beitrat. Doch Arnold Deutsch wurde nach Moskau abkommandiert. Zum Abschied schenkte dieser Edith eine Rolleiflex-Kamera, mit der sie im Mittelformat fortan eifrig fotografierte und 1928 ein Studium am Bauhaus Dessau mit dem Schwerpunkt der Arbeiterfotografie begann. Edith verlobte sich schließlich mit dem englischen Medizinstudenten und Kommunisten Alexander Tudor-Hart, mit dem sie nach England reiste. Aufgrund ihrer kommunistischen Aktivitäten endete ihr Aufenthalt dort bereits im Januar 1931, da der Special Branch der Londoner Polizei ihre Beziehungen zur Communist Party of Great Britain aufgedeckt hatte. Als Edith zurück in ihrer Heimat Wien war, wurde sie mit 23 Jahren Österreich-Korrespondentin der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS. Ab 1931 veröffentlichte Edith eine Vielzahl ihrer fotografischen Werke, deren Fokus auf der Sozialkritik lag. Doch mit der Dollfuß Machtübernahme kam es 1933 zum Verbot der KPÖ. Am 26. Mai 1933 wurde Edith als Spionin verhaftet und ihr gesamtes Fotomaterial konfisziert. In der Untersuchungshaft lernte sie Lizzy Friedmann kennen, eine ebenfalls eifrige Kommunistin, deren Untermieter der Cambridge Absolvent und gebürtige Inder Kim Philby war, der später in die Geschichte als der Jahrhundertagent einging, angeworben von Edith. Aber der Reihe nach. Nach ihrer Haftentlassung heiratete Edith im August 1933 ihren englischen Verlobten Alexander Tudor-Hart und zog nach London. Dort begegnete ihr wieder ihre erste große Liebe Arnold Deutsch. Kim Philby, der inzwischen mit Lizzy liiert war, wollte unbedingt der Kommunistischen Partei beitreten. Stattdessen arrangierte die umtriebige Edith ein Treffen mit Arnold Deutsch im Regent´s Park, wo sie ihn als Spion für den KGB gewinnen konnten. Kim Philby rekrutierte 4 seiner Studienkollegen als KGB-Agenten, die als die Cambridge Five bis in die 1960er Jahre geheime Informationen an die Sowjets lieferten. Kaum zu glauben, dass Kim Philby ab 1941 im Auslandsgeheimdienst MI6 arbeitete, wo er welch Ironie des Schicksals, Personen wie er einer war, aufspüren sollte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Jahrhundertspion, der es geschafft hatte, ein sowjetisches Spionageteam innerhalb des britischen und amerikanischen Geheimdienstes zu betreiben, sogar der Leiter der Spionageabwehr. Doch zurück zu Edith, deren Bruder Wolfgang, auch ein umtriebiger Kommunist, zunächst in die Niederlande geflohen war. Erst 1935 emigrierte dieser nach England, wo er und Edith als kommunistisches Duo zusammenarbeiteten. Wolfgang war fortan als Kameramann für den britischen Filmemacher Paul Rotha tätig. Anno 1936 trennte sich ihr Ehemann Alexander von Edith, nachdem deren Sohn Tommy psychisch krank geboren worden war. Edith war nun eine alleinerziehende, völlig überforderte Mutter, die nicht nur leidenschaftliche Fotografin war, sondern aus ideologischer Überzeugungen ohne jegliche Bezahlung für den KGB als Kurierin arbeitete. Sie besorgte den Sowjets auch heikles Material von dem emigrierten Physiker Engelbert Broda, der nicht nur Kommunist, sondern auch Ediths Liebhaber war. Engelbert Broda war an Englands Atomforschung beteiligt und keiner ahnte, dass dieser ein Atomspion war. Denn Engelbert und Ediths Aktivitäten waren der Grund, warum die UdSSR 1949 in den Besitz einer Bombe kam, die eine exakte Kopie der amerikanischen war. Während Edith zeitlebens von der britischen Spionageabwehr überwacht wurde, blieb dieses Schicksal Engelbert Broda erspart. Trotz dass die Briten den Spionagevorwurf nie beweisen konnten, erhielt Edith ein Berufsverbot als Fotografin, die für ihre sozialkritische Fotografien mit Schwerpunkt auf Kindern, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit sich einen Namen gemacht hatte. Edith zog nach Brighton, wo sie ein kleines Buchantiquariat betrieb, aber ständig in Geldnöten steckte. Ihren geliebten Sohn Tommy musste sie in ein Heim gegeben. Am 12. Mai 1973 starb Edith in einem Heim für mittellose Krebskranke, immerhin mit dem Wissen, dass sie durch ihre Spionagetätigkeit ein bisschen in der Weltgeschichte mitgemischt hatte. Ihre fotografischen Werke wurden 2012 in der Scottish National Gallery in einer Retrospektive ausgestellt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Ediths Geburtsstadt Wien. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!