Ein waschechtes Trierer Stadtoriginal war Mathias Joseph Fischer, besser bekannt als der „Fischer Maathes“. Dieses witzige Kerlchen, das stets im geblümten Schlafrock mit Hüftkordel, einer Mütze mit Seidenquaste und Pantoffeln gekleidet war, erblickte am 10. April 1822 als jüngster Sohn des Buchbinders Johann Fischer und seiner Ehefrau Susanna das Licht der Welt. Maathes besuchte bis zur Tertia das Gymnasium in Trier. Danach trat er in die Fußstapfen seines Vaters und absolvierte in dessen Betrieb eine Ausbildung als Buchbinder. Da die Buchbinderei sich unweit vom Gymnasium befand, brach der Kontakt zu seinen Mitschülern nicht ab, weshalb er 1848 sogar ehrenhalber in die Primanerkompanie der Bürgerwehr aufgenommen wurde. Dort entwickelte sich Maathes zum Experten von Schusswaffen, bis er sich bei einer Übung fast selbst in die Luft gejagt hätte. Dies verfolgte Maathes bis zu seinem Ableben, da seine Freunde ihn damit zu gern neckten. Auch politisch war Maathes aktiv, der Mitglied des Ausschusses des Trierer „Demokratischen Vereins“ für die Wahlen 1848 war. Eine wichtige Rolle kam ihm nach dem Scheitern der Märzrevolution zu, als er gemeinsam mit Edgar von Westphalen, dem Schwager von Karl Marx, die Dokumente des „Demokratischen Vereins“ und der Gemeinde des „Bundes der Kommunisten“ im Weißhauswald vergrub und damit einige Trierer Bürger vor politischen Verfolgungen bewahrte. Anno 1849 betrieb Maathes, der leidenschaftlicher Raucher war und dessen wichtiges Accessoires deshalb seine Tabakpfeife war in der Brotstraße ein Zigarrengeschäft. Nur drei Jahre später eröffnete er in der Simeonstraße einen sogenannten „Spezereiladen“, ein Feinkostgeschäft. Im selben Jahr heiratete er am 23. April 1952 Maria Katharina Meckel, die Tochter eines Kolonialwarenhändlers, dessen Geschäft in der Hosenstraße 9 er nach dessen Tod übernahm. Maathes galt als Scherzkeks, der wegen seiner goldenen Nase auf der Brille auch „Brillfischer“ genannt wurde und ein Mitglied im Karnevalsverein „Heuschreck“ in Trier war. Dieser verlieh ihm wegen seines langjährigen Engagements auch den „Orden pour le Meeting“. Nachdem seine geliebte Ehefrau am 20. Juli 1870 das Zeitliche gesegnet hatte, führte Maathes ein wahres Junggesellenleben, der Stammgast in Gastwirtschaften war, wo er nur zu gern „Viez“, Apfel- oder Birnenwein, konsumierte. Maathes war ein Mann, der gern Schabernack mit anderen trieb und sich gegen die Obrigkeit auflehnte, aber niemanden zur Last fallen wollte. Als sein Zustand geistiger Umnachtung immer schlimmer wurde, entschied er sich aus dem Leben zu scheiden. Bevor er sich über der Ladentür in seinem Geschäft erhängte, soll er noch ein Schild mit der Aufschrift „Wegen Sterbefall geschlossen“ an der Ladentür angebracht haben. Dieses Trierer Stadtoriginal wurde mit anderen Trierer Originalen als Sandsteinfigur auf dem von Willi Hahn geschaffenen Heuschreckbrunnen in der Nagelstraße verewigt. Seit dem 1. April 2009 befindet sich zudem an seinem Geburtshaus in der Brotstraße 26 eine Gedenktafel aus Bronze mit einem seiner populärsten Sprüche in Trierer Platt: „Besser duth gelaacht, als wie freckt geärjert“ dort. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Trier, der Geburtstadt des legendären Fischer Maathes. 🙂



































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