Eine junge Frau, die während des Ersten Weltkrieges in der österreichischen Hauptstadt Wien für Angst und Schrecken sorgte, war Leopoldine Kasparek, besser bekannt als „Die Würgerin von Wien“. Diese wurde am 12. November 1893 in Wien geboren. Ihre Eltern waren stolze Kaffeehausbesitzer, die Leopoldine als Tochter aus gutem Hause ein angenehmes Leben ermöglichten. Als sich jedoch Leopoldine ausgerechnet in einen bei ihren Eltern angestellten Kellner verliebte und diesen trotz der Einwände ihrer Eltern ehelichte, war der Kontakt dorthin nur noch äußerst sporadisch. Leopoldines Ehemann mit dem sie ein kleines Kind hatte, wurde bereits in den ersten Kriegsmonaten als Soldat an die russische Front einberufen. Fortan musste Leopoldine allein für den Lebensunterhalt sorgen. Leopoldine, die bereits früh einen Hang zum Diebstahl entwickelt hatte, verübte nun mehrere Raubüberfälle und Erpressungen, für die sie kurze Kerkerstrafen erhielt. Diese rechtfertigte Leopoldine damit, dass sie diese aus der Not heraus begangen hatte. Keiner ahnte, dass Leopoldine sich zu einer kaltherzigen Serienkillerin entwickeln würde, die es auf ältere, wohlhabende Damen abgesehen hatte. Insgesamt attackierte Leopoldine 14 ältere Damen, von denen 4 starben. Leopoldine ging dabei immer nach folgendem Modus Operandi vor. Leopoldine fragte bei älteren alleinstehenden Damen nach einem möblierten Zimmer oder meldete sich auf Zeitungsinserate als Dienstmädchen. So erschlich sie sich das Vertrauen der älteren Damen, die sie bei passender Gelegenheit so lange würgte, bis diese bewusstlos oder sogar tot waren, um dann die Wertgegenstände sowie Geld an sich zu nehmen. Bereits mit 22 Jahren beging diese ihren ersten Mord. Danach ermordete sie am 16. Februar 1916 die 56 Jahre alte Marie Wurisch, bei der sie ein Zimmer in der Erdbergstraße 56 gemietet hatte. Die herzkranke, auf dem rechten Auge blinde Witwe würgte Leopoldine bis zur Bewusstlosigkeit. Anschließend übergoss sie diese mit Paraffinwachs und zündete diese daraufhin ohne ein Zeichen des geringsten Skrupels an. Zunächst ging die Polizei von einem tragischen Unfall aus. Doch nachdem Strangulationsspuren an dem Kehlkopf von Maria Wurisch gefunden wurde, war klar, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelte. Leopoldine hatte Blut am Morden geleckt, die am 21. August 1916 die 80 Jahre alte Geschirrhändlerin Cäcilie Höltschl erwürgte und ausraubte. Ihr letztes Opfer wurde am 10. September 1916 die 72 Jahre alte Stefanie von Mack. Nachdem Hausbewohner der ermordeten Marie Wurisch gegenüber der Polizei Leopoldine verdächtigt hatten, wurde diese verhört. Leopoldine gestand schließlich den Mord an der Witwe Wurisch. Leopoldine wurde im September 1916 verhaftet. Um aus dem Gefängnis ins Krankenhaus verlegt zu werden und von dort dann zu fliehen, schluckte Leopoldine eine große Stopfnadel. Diese musste operativ entfernt werden. Nachdem sich Leopoldines Gesundheitszustand stabilisiert hatte, würgte sie eine ältere Krankenschwester solange bis diese ohnmächtig wurde. Sie zog deren Gewand an und flüchtete aus dem Krankenhaus, wurde jedoch nach nur einer halben Stunde wieder dingfest gemacht. Selbst in Untersuchungshaft plante Leopoldine einen Raub, der durch den Verrat einer Zellengenossin, vereitelt werden konnte. Es steckte gar reichlich viel kriminelle Energie in der so unschuldig wirkenden Leopoldine Kasparek. Während des Prozesses am Wiener Ausnahmegericht zeigte Leopoldine Kasparek keinerlei Reue. Sie prahlte mit ihren Verbrechen und verfluchte die Richter und Geschworenen. Nach vier Verhandlungstagen wurde Leopoldine Kasparek zum Tode durch den Strang wegen des Verbrechens des vollbrachten und versuchten Diebstahls, des Verbrechen des Raubmordes, der boshaften Beschädigung fremden Eigentums durch das Anzünden der Kleider der ermordeten Marie Wurisch sowie der Wohnungseinrichtung verurteilt. Ohne mit der Wimper zu zucken, nahm sie das Urteil hin. Doch Leopoldine hatte Glück, da der Kaiser sie begnadigte. Der Oberste Gerichtshof verhängte über Leopoldine Kasparek lebenslangen schweren Kerker, der mit einem Fasttage alle Vierteljahr und einsamer Absperrung in dunkler Zelle am 16. Februar eines jeden Jahres, dem Todestag der Witwe Wurisch, verschärft wurde. Leopoldine Kasparek verstarb im Mai 1921 im Zuchthaus Neudorf. So unspektakulär endete das Leben von Leopoldine Kasparek, der Würgerin von Wien. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Wien, wo Leopoldine Kasparek einst als Serienmörderin, Brandstifterin, Diebin und Betrügerin ihr Unwesen getrieben hatte. 🙂



















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