Blau blüht der Enzian, ist einer der bekanntesten volkstümlichen Schlager des deutschen Musikers Heino. Kaum einer weiß, dass aus dieser Pflanze aus dem Alpenraum ein besondere Spirituose hergestellt wird, der aromatisch bittere Enzianschnaps. Dieser Wurzelbrand sorgte 1967 zu einem der rätselhaftesten Mordfälle in der deutschen Kriminalgeschichte, der als Enzianmord sich in dieser für immer verewigte. Genau am Valentinstag, dem 14. Februar 1967, wurde der 23 Jahre alte Albert Blumoser aus Erding ins Krankenhaus in Fürstenfeldbruck eingeliefert. Der frisch verheiratete Mann und angehende Vater verstarb noch am selben Abend. Die Ärzte standen zunächst vor einem Rätsel, an was der Mann gestorben war. Die Obduktion ergab, dass dieser im Magen Spuren von Natriumcyanid hatte, besser bekannt als Blausäure. Albert war vergiftet worden, aber warum und von wem? Um diese Fragen zu klären, befragte die Polizei zuerst dessen Zimmergenossen Manfred Müller, einen 26 Jahre alten zweifache Familienvater aus Kempten Dieser hatte wie Albert einen mehrwöchigen Lehrgang für Angestellte des deutschen Wetterdienstes in Fürstenfeldbruck besucht. Manfred sagte aus, dass Albert an heftiger Grippe gelitten hatte. Um diese zu kurieren, wollte er sich eine Flasche Rum kaufen. Nach Feierabend wollte er sich einen Schluck davon gönnen und sich dann schlafen legen. Da Manfred am 10. Februar 1967 ein Paket mit einem Krügerl, Enzianschnaps und Katzenzungen von einem unbekannten Absender mit der Notiz: „Gruß aus der Pfalz, aber alleine trinken und mit Genuss“ erhalten hatte, bot er seinem Zimmerkollegen den Schnaps an. Er selbst hatte diesen noch nicht angerührt, da er Enzianschnaps nicht mochte. Manfred schenkte Albert ein Glas davon ein, der dieses in einem Zug trank, sich aber sogleich über den säuerlichen Geschmack beschwerte, weshalb Manfred daran nur nippte und sogleich den Schluck im Badezimmer ins Waschbecken ausspuckte. Albert wollte sich daraufhin auch den Mund ausspülen, aber er fiel stattdessen um. Sofort holte Manfred Hilfe, aber Albert konnte nicht mehr gerettet werden. Nach dieser Aussage ging die Polizei davon aus, dass Manfred das eigentliche Opfer des heimtückischen Giftanschlags sein sollte und Albert dummerweise im übertragenen Sinn den schwarzen Peter gezogen hatte. Aus diesen Gründen forschten sie in Manfred Müllers Umfeld nach und befragten seine Ehefrau Christel. Diese gab an, dass ihr Ex-Mann, ein ehemaliger Soldat aus Stuttgart, gedroht hatte, ihren neuen Partner zu töten. Tatsächlich wurde das Paket aus Stuttgart versendet, jedoch laut dem damals diensthabenden Postbeamten nicht von einem Mann, sondern einer jungen Frau. Kurz danach meldete sich ein Metallbauer aus Kempten bei der Polizei. Dieser arbeitete in einem Galvanik-Betrieb und hatte seinem Freund, dem Kraftfahrer Wilhelm Leinauer erst kürzlich Säure in eine Enzianflache gefüllt und Natriumcyanid besorgt. Dieser Mann entpuppte sich als der Liebhaber von Manfred Müllers Ehefrau Christel, mit dem sie schon seit einem 1 eine leidenschaftliche Affäre hatte. Beide wollten Manfred ums Eck bringen, so dass ihrer gemeinsamen Zukunft niemand im Weg stand. Im 9-monatigen Prozess am Landgericht München II. bestritten diese, dass sie Manfred töten wollten. Das Gericht verurteilte Christel Müller und Wilhelm Leinauer, die unterschiedliche Aussagen gemacht hatten, wegen versuchten Mordes an Manfred Müller und fahrlässiger Tötung an Albert Blumoser zu jeweils 15 Jahren Haft. Beide wurden wegen guter Führung nach zwei Dritteln ihrer Haftstrafe entlassen. Damit war das Rätsel um den Enzianmord gelöst. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der bayrischen Landeshauptstadt München, in denen Christel Müller und Wilhelm Leinauer ihre gerechte Strafe erhalten hatten. 🙂

















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