In der Welt der Oper gibt es wohl kaum einen Ort, der so von Mythen und Legenden umwoben ist, wie die Wiener Staatsoper. Dieses prachtvolle Gebäude im Herzen der österreichischen Hauptstadt Wien beherbergt nicht nur einige der größten Stimmen der Musikgeschichte, sondern auch eine Reihe von Geistern, die bis heute durch die Gänge und Säle wandeln sollen. Schon der Bau der Wiener Staatsoper war ein Drama ohnegleichen. Die Architekten des Neorenaissance-Gebäudes waren August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll, die von Anfang an von wegen der ungewöhnlichen Architektur des Gebäudes den Kritikern zerrissen wurden. Die Öffentlichkeit ließ kein gutes Wort an dieser überdimensionalen „Schuhschachtel“, wie die Wiener die neu gebaute Oper nannten, und auch Kaiser Franz Joseph I. soll wenig überzeugt gewesen sein. Die Schmach und der gesellschaftliche Druck waren letzten Endes offenbar so groß, dass sich Van der Nüll im April 1868 erhängte und Sicardsburg nur zwei Monate danach einen Schlaganfall erlitt, dem er erlag. Beide erlebten die feierliche Eröffnung am 25. Mai 1869, an dem Mozarts „Don Giovanni“ in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Sisi aufgeführt wurde, nicht mehr. Seit ihrem Tod sollen Van der Nüll und Sicardsburg bis heute nicht zur Ruhe gekommen sein und ziellos im Operngebäude umher spuken und sich angeblich bei der einen oder anderen Vorstellung unter die Gäste mischen. Sie sind übrigens nicht die einzigen Gespenster in der Wiener Oper. Auch die spanische Sopranistin Mercedes Capsir war zu Lebzeiten oftmals harschen Kritiken über ihr Gesangstalent ausgesetzt. Auch sie soll in der Oper umherwandeln und immer wieder wollen Menschen ihren Geist auf Fotografien erkennen, die in der Staatsoper aufgenommen wurden. Aber nicht nur die Architekten und Sänger sollen in der Staatsoper umher geistern. Auch andere Personen, die mit der Geschichte des Hauses verbunden sind, werden dort gesehen. So soll der Geist des Komponisten Richard Wagner manchmal stolz durch die Gänge flanieren und nach den Weg zu seinem Lieblingsplatz fragen. Auch der Geist des berühmten Tenors Leo Slezak, der von 1900 bis 1918 an der Staatsoper ein Engagement hatte, wird immer wieder dort gesichtet. Besonders unheimlich ist allerdings der Geist eines Bühnenarbeiters, der 1968 bei einem Unfall ums Leben kam. Sein Schatten soll bis heute durch die Kulissen und Werkstätten schweben und die Mitarbeiter der Oper in Angst und Schrecken versetzen. Mansche behaupten sogar, seine Stimme zu hören, wenn er nach Werkzeugen ruft. Die Wiener Staatsoper ist also nicht nur ein Ort der Musik und des Gesangs, sondern auch ein Ort voller Geheimnisse und Legenden. Ob die Geister der Vergangenheit tatsächlich durch die Gänge und Säle irren, lässt sich natürlich nicht beweisen. Aber die Geschichten tragen sicher dazu bei, der Oper einen ganz besonderen Zauber zu verleihen. Wer weiß, vielleicht begegnet man bei seinem nächsten Opernbesuch tatsächlich einem der Geister, die die Staatsoper bis heute nicht loszulassen scheinen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Wiens märchenhafter Altstadt. 🙂



















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