Die Wartburg: auf den Spuren Martin Luthers

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Die Wartburg ist die erste deutsche Burg, die in die Liste des Welterbe des UNESCO aufgenommen wurde. Diese geschichtsträchtige Burg, die hoch über dem thüringischen Eisenach thront, besichtigte ich im Sommer. Die Wartburg blickt auf 1000 Jahre deutsche Geschichte zurück. Sie war einst Residenz der Thüringer Landgrafen. In dieser Zeit erstrahlte der landgräfliche Hauptsitz als Musenhof, an dem alle schönen Künste gepflegt wurden, Lieder Walthers von der Vogelweide erklangen und Dichtungen Wolframs von Eschenbach entstanden. Hier herrschte der sagenhafte Sängerkrieg, dessen Fresko auf der Wartburg von Moritz von Schwind daran erinnert und durch Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ zu wahrem Weltruhm gelangte. Zudem war die Wartburg auch Wirkungsstätte der Heiligen Elisabeth, deren barmherziges Wirken mir durch die Besichtigung zweier Palasträume nahe gebracht wurde. Darüber hinaus war sie Zufluchtsort von Martin Luther, der dort das Neue Testament übersetzte. Die authentisch gestaltete Lutherstube war ein Highlight meiner Besichtigung. Hier wurde mir das Wirken Luthers 1521 in dessen Wohn- und Arbeitsraum gezeigt. Diese Lutherstube ist bis heute Pilgerstätte tausender Menschen. Der Sage nach soll Ludwig der Springer die Gründung der Wartburg mit den folgenden Worten verkündet haben: „Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden!“ Die Wartburg ist nicht nur das Wahrzeichen Thüringens, sondern auch ein geschichtsträchtiger Schauplatz. So wurde 1817 auf dem studentischen Wartburgfest erstmals der bürgerliche Wille zum einheitlichen und freien Nationalstaat anlässlich des 300. Jahrestages des Thesenanschlags Martin Luthers und im Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig, manifestiert. Ich war sofort beeindruckt als ich das Hauptgebäude, den aus dem 12. Jahrhundert erhaltenen Palas erblickte und seinen Festsaal per Führung bewundern konnte. Nach aufwendiger Restaurierung im 19. Jahrhundert dient er heute als einzigartige Kulisse für die Wartburgkonzerte im Sommerhalbjahr und zahlreiche Veranstaltungen. Auch der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe war ein beliebter Gast auf der Wartburg. Er empfahl eine Kunstsammlung anzulegen, die mit ihren Schätzen aus acht Jahrhunderten vor nunmehr fast 200 Jahren ins Leben gerufen wurde. Während meiner Führung besichtigte ich die Räume der Wartburg und das Museum mit den berühmten Gemälden von Lucas Cranachs, wertvollen Bildteppichen, Plastiken Tilmann Riemenschneiders, Kunsthandwerk der Renaissance und eindrucksvollen Mobiliar. Ich war sprachlos, wie viele Besucher aus aller Welt, diese Burg täglich besichtigen. Die Wartburg übt bis heute eine besondere Anziehungskraft aus und ist 365 Tage im Jahr geöffnet. Auch Heiraten ist auf der Wartburg möglich. Denn das Jägerzimmer ist offizielle Außenstelle des Standesamts Eisenach. Dieses befindet sich im 1. Stock des Hotels mit Blick auf den Innenhof und die Wartburg. Hier können sich verliebte Pärchen ganz romantisch ihr Ja-Wort geben. Was für ein wunderbarer Gedanke, auf einer Burg zu heiraten. Ich verbrachte einen ganzen Tag auf der Wartburg und kehrte im Gasthof „Für fröhliche Leut“ ein. Im traumhaft romantischen Ambiente gönnte ich mir ein Kabeljaufilet mit Zitronenschaum, Butterreis und Zuckerschoten. Das Essen war einfach köstlich und wie heißt es so schön: „Essen gut, alles gut“. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von der majestätischen Wartburg. 🙂

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