Das romantische Prinzessinnen-Schloss Liebenstein inmitten malerischer Weinberge

Isabella Müller Schloss @isabella_muenchen

Wunderschön auf einem schmalen, steil abfallenden Bergrücken thront das Schloss Liebenstein umgeben von malerischen Weinbergen südlich von Neckarwestheim im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg. Ich besuchte dieses zauberhafte Schloss, das heute einen Hotelbetrieb mit Restaurant und Golfplatz beherbergt, im Dezember. Die Geschichte des Schlosses begann im Jahr 1230. In diesem Jahr wurde mit dem Bau der außergewöhnlich großflächigen Burg unter König Heinrich VII. begonnen. Im Jahre 1235 erfolgt eine Ersterwähnung eines von Liebenstein. Am 15. Januar tritt Albert von Liebenstein als Zeuge in einer Urkunde König Heinrichs VII. auf. Am 2. Juli 1235 unterwirft sich König Heinrich VII. seinem Vater Kaiser Friedrich II. und wird abgesetzt. Das Schloss Liebenstein wird nur in kleinem Umfang fertiggestellt. Im Jahre 1298 wird Ritter Walter von Urbach genannt von Liebenstein erwähnt. Dies gilt als Nachweis für eine zweite Besitzerfamilie und Ursache für die Zweiteilung der Burg bis ins 17. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert gelangt durch Versippung der Familien die gesamte Anlage an die Liebensteiner. Ab 1467 erwirbt Konrad von Liebenstein die Güter in Jebenhausen bei Göppingen. Hans von Liebenstein und seine Nachkommen bauen einen Besitzkomplex von kurmainzischen Lehen in Bönnigheim und Umgebung auf. Von 1504 bis 1508 ist Jakob von Liebenstein Erzbischof zu Mainz. Das heutige Aussehen verdankt das Schloss dem Umbau von 1525 bis 1600. Um 1537 lässt Moritz von Liebenstein die riesige Scheune des Oberen Schlosses erbauen. Weitere Umbaumaßnahmen waren saalartige Räume, der Treppenturm, die Dachterrassen, der Erker und die Schlossküche. Diverse Nebengebäude wie die Schmiede, das Schafhaus, das Zehnthaus, das alte wie das neue Badhaus und das Backhaus wurden im Stil der Renaissance gehalten. Das ganze Anwesen erhielt dadurch einen repräsentativen Charakter. In den Jahren 1673 bis 1678 wurden beide Hälften des Schlosses an den Herzog von Württemberg verkauft. Phillipp Albrecht von Liebenstein zieht nach Jebenhausen, sein Bruder Phillipp Konrad nach Köngen bei Esslingen. Im Jahr 1807 wurde das württembergische Stabsamt aufgelöst und das Schloss an Landwirte verpachtet. Im Jahr 1884 war das Forstamt in Teilen des Schlosses untergebracht und wurde von 60 bis 80 Arbeitskräften bewirtschaftet. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss sowie der Turm von Granaten getroffen. Nach dem Krieg konnte 46 Heimatvertriebenen ein Zuhause im Schloss und den Nebengebäuden geboten werden. In den Jahren 1972 bis 1976 wurde die zerfallene Schlosskapelle komplett renoviert. In den Jahren von 1982 bis 1985 erwarb die Gemeinde Neckarwestheim das Schloss. Zeitgleich wurde die Schloss Liebenstein GmbH & Co. KG gegründet und ein Golfplatz sowie das Schlosshotel eröffnet. Ich war vom Gelände des Schlosses mit seinen unterschiedlichen Gebäuden aus den Epochen wie Spätromanik, Früh- und Hochgotik, Barock, Spätgotik, Früh- und Spätrenaissance beeindruckt. Das Schloss ist wirklich wunderschön und malerisch eingebettet inmitten der Weinberge. Von hier aus kann man wunderbare Spaziergänge unternehmen. Ich betrat den Schlosshof durch ein Haupttor, das 6,70 Meter breit und einen 5 Meter tiefen Torbau hatte. Seine 1,50 Meter dicken Mauern bilden die Seitenwände der Durchfahrt. Im Zuge des großen Schlossumbaus ab dem späten 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Toranlage mit einem Torhaus überbaut und um 1,40 Meter nach Norden erweitert. Im Erker des ersten Obergeschosses entdeckte ich das Wappen der Bauherrschaft des Torhauses: Albrecht von Liebenstein und seine Ehefrau Margaretha. Ein kleiner Anbau unterhalb zeigt die Jahreszahl 1621, die den Anschluss der gewaltigen Umbauarbeiten auf Liebenstein bezeichnen dürfte. Das zweite Obergeschoss des Torhauses besteht aus schmucklosem Fachwerk, das erst um 1900 entstand. Westlich ist an das Torhaus ein zweigeschossiger Bau angeschlossen, der als Waschhaus und Backstube genutzt wurde. Das Hauptgebäude des Innenhofs ist das Schloss, in dem das Hotel und Restaurant untergebracht sind. Rechts davon befindet sich die Zehntscheune und links davon der Schafstall. Beide Gebäude können für Veranstaltungen genutzt werden. Gegenüber vom Schloss steht der Gewölbekeller sowie der Bergfried. Dahinter liegt die Schlosskapelle, in der man sich wie eine Prinzessin trauen lassen kann. Ich war fasziniert von der wunderschönen Anlage und dem traumhaften Blick auf die Weinberge. Besonders imposant wirkte auf mich die 1,10 Meter starke Umfassungsmauer. Ich spazierte durch den Innenhof und landete auf der 200 Meter von ihr entfernten sonnenverwöhnten und gepflegten Golfanlage. Die große Schlossanlage lädt nicht nur zum Spazieren, sondern auch um Ruhe im Grünen zu genießen und Lebensenergie aufzutanken ein. Ich genoss die Stille abseits vom Trubel und fühlte mich wie eine kleine Prinzessin, die im Garten Lust wandelt. Ich erlebte wunderbare Stunden und genoss die Reise in eine längst vergangene Zeit. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom zauberhaften Schloss Liebenstein. 🙂

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