Begib dich einmal im Jahr an einen Ort, an dem du noch nie gewesen bist: Die Wallfahrtskirche „Unserer lieben Frau vom Nußbaum“

Isabella Müller Gundelheim @isabella_muenchen

Begib dich einmal im Jahr an einen Ort, an dem du noch nie gewesen bist. Diese Weisheit stammt von Dalai Lama und ich nahm sie mir zu Herzen. Darum entschloss ich mich die Wallfahrtskirche Höchstberg „Unserer lieben Frau vom Nußbaum“ auf dem Ilgenberg aufzusuchen. Zu diesem Marienheiligtum pilgern viele Menschen, die in Not und Bedrängnis sind, die Hilfe, Schutz, Stille und Geborgenheit suchen oder sonst ein schweres Kreuz zu tragen haben. Die Pfarr- und Wallfahrtskirche steht auf altem, geschichtlichen Boden im schwäbischen Unterland auf dem Ilgenberg. Nach der Überlieferung soll hier die Gottesmutter einem frommen Schäfer in einem Nußbaum erschienen sein. Daher stammt auch ihr Name. Die Gnadenkapelle wurde 1328 geschichtlich durch eine Urkunde des Papstes Johannes XXII. erwähnt. Erbaut wurde sie von Johann von Wittstalt. Nach mehreren Besitzern kam sie 1585 unter die Schirmherrschaft des Deutschen Ordens. Die Kapelle wurde zwar während des Dreißigjährigen Kriegs beschädigt, wurde jedoch wieder aufgebaut. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erhielt die Kapelle einen Anbau. So bekam sie einen viereckigen Glockenturm über dem Chor. Die Weihung der Kirche erfolgte am 16. Mai 1700. Ihre Erhebung zur Pfarrei fand im Jahr 1713 statt und im Jahr 1758 wurde das benachbarte Pfarrhaus fertiggestellt. Die Kirche avancierte im 18. Jahrhundert zu einem beliebten Wallfahrtsort. Um 1900 wurde sie vollständig saniert. Am 2. April 1945 geriet die Kirche beim Einmarsch der Amerikaner durch feindlichen Artilleriebeschuss in Brand und wurde zerstört. Ihr Wiederaufbau erfolgte gleich nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihren Turm erhielt die Kirche erst wieder 1958. In den Jahren von 1964 bis 1968 und 1981 bis 1986 wurde die Kirche mehrmals saniert. Ihr Innenraum wurde 2006 renoviert. Mein Weg zur Kirche führte mich auch an der 1910 errichteten Lourdesgrotte vorbei. Durch ein Holzportal gelangte ich zum Vorraum der einschiffigen Hallenkirche, dessen Chor sich an die ältere Gnadenkapelle anschließt, die heute noch als Sakristei genutzt wird. Mein erster Blick fiel auf den barocken Hauptaltar in der Mitte der Kirche. Der Hochaltar stellt Maria mit dem Jesuskind dar, eingelassen in den Stamm eines Nussbaums, umrahmt von goldener Strahlenkrone mit Wolken und Engeln. Der Altar ist wirklich beeindruckend und hat zwei Seitenaltäre. Der linke Seitenaltar ist Sebastian und Martin von Tours geweiht und zeigt beide Heilige. So ist Martin oben zu sehen wie er seinen Mantel teilt und darunter wird das Martyrium des Sebastians dargestellt. Der rechte Seitenaltar ist Josef und Veit geweiht. So wird oben das Martyrium des Veits thematisiert, während darunter Josef mit dem Jesuskind dargestellt wird. Besonders faszinierend sind die Deckengemälde, die die Anrufung der Gottesmutter aus der Laurentanischen Litanei symbolisieren. Die Wände sind mit Kreuzwegdarstellungen und Heiligenfiguren geschmückt. Gegenüber vom Altar befindet sich die zweimanualige Orgel auf der großen Empore mit 17 Registern. Die wiederaufgebaute Wallfahrtskirche ist das Wahrzeichen der sogenannten „Krummen Ebene“ und lockt jährlich viele Besucher an. Da ich die Kirche kurz vor Palmsonntag besuchte, standen Vasen mit Palmkätzchen vor dem Altar, die jeder kostenlos mitnehmen konnte. Denn diese gehören traditionell zu den Palmsonntagsfeiern. Nach der biblischen Überlieferung verehrten die Menschen Jesus in Jerusalem mit Palmzweigen. In unseren Breitengraden werden anstelle von Palmzweigen Palmkätzchen verwendet. Diese werden normalerweise am Palmsonntag im Gottesdienst geweiht und in der Palmprozession aus der Kirche getragen. Die Kirchengemeinde darf ihre geweihten Palmkätzchen mitnehmen, die vor Unheil schützen sollen. Aufgrund des Corona-Virus findet dieser Brauch dieses Jahr so nicht statt. Ich nahm mir einen Strauch voll Palmkätzchen mit, die ich zuhause mit kleinen hängenden Ostereiern schmückte und in eine Vase stellte. Die Wallfahrtskirche „Unserer lieben Frau vom Nußbaum“ ist ein Ort voll Glorie idyllisch auf dem Ilgenberg gelegen. Ich genoss meinen Besuch dieser Wallfahrtsstätte, die auch in dieser schweren Zeit besucht werden kann. Denn die schönste Zeit im Leben sind die kleinen Momente, in denen du spürst, du bist zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Foto-Impressionen der Wallfahrtskirche „Unserer lieben Frau vom Nußbaum“ in Höchstberg. 🙂


Entdecke mehr von Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Verfasst von

Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!