Der Siebenröhrenbrunnen mit heiligem Quellwasser in Heilbronn

Isabella Müller Heilbronn Baden Württemberg Deutschland @isabella_muenchen

Mitten im Herzen der Stadt Heilbronn in direkter Nähe zur Kilianskirche befindet sich der Siebenröhrenbrunnen. Dieser Brunnen ist eines der Wahrzeichen Heilbronns, dessen Quelle namensgebend für die Stadt war. Die sagenumwobene Quelle war schon zur heidnischen Zeit Kultstätte und so ist es nicht verwunderlich, dass sich zahlreiche Sagen, um deren Heilwirkung ranken. So soll Kaiser Karl V. nachdem er von dem Brunnenwasser trank, von seiner Gicht geheilt worden sein. Der irische Mönch Kilian taufte mit dem Quellwasser die ersten Christen und St. Michael besiegte mit Hilfe des heiligen Wassers einen Drachen. Erstmals erwähnt wurde die heilsame Quelle aufgrund ihrer Lage bei der Pfarrkirche 1364 als Kirchbrunnen. Im Jahr 1541 wurde der Brunnen durch den Steinmetz Balthasar Wolff mit sieben wasserspeienden Ausläufen geschaffen und erhielt daraufhin den Namen Siebenröhrenbrunnen. Die Quelle des Brunnens sprudelte unentwegt und 1680 spie sie 1235 Kubikmeter Wasser pro Tag, also unglaubliche 14 Liter pro Sekunde. Durch Vandalen wurde der historische Brunnenaufbau erstmals beschädigt. Ab 1830 begann der Brunnen im Zuge der Industrialisierung, in dem weitere Brunnen in der Umgebung gebohrt wurden, zu versiegen. Als die Quelle 1838 erstmals wieder sprudelte, wurde ein großes Fest gefeiert. Aber die Freude währte nur kurz und der Brunnen versiegte endgültig. Daraufhin wurde der Quellauslass verdolt und der Brunnen abgerissen. Im Jahr 1904 wurde zum Andenken an den Siebenröhrenbrunnen an der Südseite der Kilianskirche ein neuer Siebenröhrenbrunnen nach historischem Vorbild errichtet. Dieser schmückte den Platz vor der berühmten Kilianskirche bis zum Zweiten Weltkrieg. Denn leider wurde er bei Luftangriffen schwer beschädigt. Danach wurde er nach dem Vorbild der Rekonstruktion aus dem Jahr 1904 wieder aufgebaut. Diesen Brunnen, der bis heute den Namen der Stadt sichtbar macht, stattete ich einen Besuch bei meinem Sonntagsausflug nach Heilbronn ab. Der denkmalgeschützte Brunnen mit seinen sieben wasserspeienden Röhren hat reiche bildhauerische Verzierungen des Ulmer Hofbildhauers Karl Federlin. Besonders die Portraitmedaillons am Torbogen des Brunnenhauses beeindruckten mich. Sie zeigen links den fränkischen Hausmeier Karlmann, dessen auf 741 datierte Schenkung an das Bistum Würzburg in der Urkunde von 822 die erste urkundliche Erwähnung von Heilbronn darstellt. Rechts ist Kaiser Karl IV. zusehen, der Heilbronn 1371 zur Reichsstadt erhob. Bekrönt ist der Brunnen durch ein Tympanon, eine dreieckige Giebelfläche, in dessen halbkreisförmigen Aufsatz eine lateinische Inschrift eingearbeitet ist. Neben Reliefs mit christlichen Motiven befindet sich auf der Rückseite des Brunnens eine Inschrift, die an die Rekonstruktion von 1904 erinnert. Der Siebenröhrenbrunnen aus Heilbronner Sandstein ließ mich ein Stück Heilbronner Stadtgeschichte hautnah erleben. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieses Heilbronner Kulturguts. 🙂

Verfasst von

Webseite: www.isabella.wien . Email: post@isabellas.blog . Instagram: @isabella_muenchen . Facebook: @IsabellaMuenchen . Twitter: @IsabellaMuelle9