Homburgs mächtige Festung auf dem Schlossberg

Isabella Mueller @isabella_muenchen Homburg Saar

Der Schlossberg ist das Wahrzeichen der Kreis- und Universitätsstadt Homburg, der bis heute von den Resten einer Festungs- und Burgruine bekrönt wird. Diese war im 12. Jahrhundert Sitz der Grafen von Homburg, an dessen Fuße sich Menschen ansiedelten. Die Siedlung wurde zu einer größeren Ortschaft, der 1330 durch Kaiser Ludwig IV. die Stadtrechte verliehen wurden. Aufgrund von Geldnot mussten die Grafen die Burg und Herrschaft verpfänden, so dass 1383 insgesamt fünf Parteien an der Burg partizipierten und den Burgfrieden beschworen. Im 15. Jahrhundert befand sich die Burg nur noch im Besitz der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken und den Grafen von Nassau-Saarbrücken. Anno 1449 starb Johann Graf von Homburg und mit ihm war auch das Geschlecht der Grafen von Homburg ausgestorben. Dadurch fiel Homburg 1492 komplett an die Saarbrücker Grafen. Unter dem Saarbrücker Grafen Johann IV. wurde die mittelalterliche Burg in ein Renaissanceschloss umgebaut, das von seinem Nachfolger Albrecht zu einer wehrfähigen Schlossanlage mit Bastionen versehen wurde. Zwar wechselte diese Anlage mehrfach den Besitzer, konnte jedoch den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet überstehen. Nach Kriegsende kam es zu andauernden Diskussionen um den Besitz der Anlage zwischen den Herzögen von Lothringen, dem Trierer Erzbischof und den Grafen von Nassau-Saarbrücken, die mit der feindlichen Besetzung Homburgs durch die französischen Truppen König Ludwig XIV. 1679 endeten. Fortan sollte Homburg als Festungsgürtel gegen das Kaiserreich ausgebaut werden. Darum wurde das bastionierte Schloss von 1670 bis 1692 unter Leitung von Marquis de la Bretesche nach den Plänen des legendären Baumeisters Vauban zu einer barocken Festung ausgebaut. In diesem Zuge wurde auch die Stadt Homburg grundlegend neu angelegt und befestigt. Aufgrund des Friedens von Rijwijk musste Frankreich Homburg räumen, weshalb die Franzosen die Festung zerstörten, damit diese dem Feind nicht mehr von Nutzen war. Infolge des Spanischen Erbfolgekrieges gelangte Homburg 1705 wieder in Besitz Frankreichs, das wieder mit der Befestigung anfing. Aber nachdem Frieden von Baden und Rastatt 1715 mussten die französischen Truppen erneut Homburg räumen und zerstörten die Festung ein weiteres Mal. Auch die Homburger Bevölkerung nutzten die Reste der Festung zum Hausbau. Anno 1755 kam Homburg durch Gebietstausch an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Der Herzog Karl II. ließ ab 1777 zum Bau von Schloss Karlsberg in Homburg-Sanddorf die letzten brauchbaren Überreste abtransportieren. Seit 1981 wurden die Reste der Festung freigelegt, die mittels eines Rundgangs besichtigt werden können. Dieser leitete mich an den wichtigsten Überresten der Festungsruine vorbei und brachte mir so die beeindruckende Stadt- und Baugeschichte näher. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieser faszinierenden Schlossruine hoch über Homburg auf dem Schlossberg thronend. 🙂

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