Eine Miniaturausgabe von der niederländischen Metropole Amsterdam ist die jahrhundertealte Hansestadt Hasselt am Fluss Zwarte Water in der Provinz Overijssel. Diese kleine Stadt mit knapp 7000 Einwohnern besitzt nicht nur herrliche Giebelhäuser, kleine Brücken, Kaimauern und Schleusen sowie verwinkelte Gassen, sondern auch malerische Grachten, welche dieselben Namen wie die legendäre Prinsengracht, Baangracht, Brouwersgracht und Heerengracht in Amsterdam tragen. Aus diesem Grund wird Hasselt auch als „Klein Amsterdam“ bezeichnet. Schon im Mittelalter entwickelte sich Hasselt wegen seiner günstigen Lage am Zwarte Water zu einem wichtigen Handelszentrum, das bereits 1252 seine Stadtrechte erhielt und 1367 erstmals als Hansestadt erwähnt wurde. Hasselt besitzt ein historisches Zentrum, das seit 1982 unter Denkmalschutz steht. In diesem gibt es mehr als 70 nationale Kulturdenkmäler. Eines davon und gleichzeitig auch ein Wahrzeichen von Hasselt ist die Grote oder St. Stephanuskirche am Markt, die 1497 fertiggestellt und für ihre besondere Rudolf Knol-Orgel und ein Wandgemälde von Christoph, dem Schutzpatron der Reisenden, berühmt ist. Auf dem Markt befindet sich auch das spätgotische Alte Rathaus, das aus dem Jahr 1550 stammt, das eines der ältesten Rathäuser der Niederlande ist und in dem sich nicht nur das Besucherzentrum, ein Historischer Verein, sowie ein Trauzimmer, sondern auch eine Waffensammlung mit der größten Sammlung an Hakenbüchsen in den Niederlanden befindet. Unweit davon entfernt ist das Fischtor „Vispoort“, das auch Wassertor „Waterpoort“ genannt wird. Der Name leitet sich davon ab, dass es der Weg zum Fischmarkt und auch der Weg zum Wasser war. Es wurde zwischen 1350 bis 1375 als Teil der alten Stadtmauer errichtet. Wenige Meter davon entfernt befindet sich das Veerpoort. Im Mittelalter war Hasselt von einer Verteidigungsmauer umgeben, die drei Haupttore besaß, um die Stadt vor feindlichen Angriffen zu schützen. Eines dieser drei Haupttore war das Veerpoort, dessen Überreste 2016 ausgegraben wurden. Das Veerpoort bildete den Eingang für Reisende, die mit der Fähre das Zwarte Water überquerten. Im Achtzigjährigen Krieg wurde Hasselt um 7 Bastionen erweitert, die im 19. Jahrhundert ihre Funktion verloren. Auf ihnen wurde ein Stadtpark und eine Glockengießerei errichtet. Hasselt war aber nicht nur Festungsstadt, sondern im späten Mittelalter aufgrund der Wallfahrtskapelle „De Heilige Stede“ auch ein beliebter Wallfahrtsort. Bis heute machen Menschen am zweiten Sonntag nach Pfingsten eine Pilgerreise für den Hasselter Ablass. Hasselt ist zudem wegen seinem Knotenpunkt von Pilgerrouten immer noch ein populärer Wallfahrtsort. Hier kreuzen sich der Jabikspaad aus Friesland und der Jacobspad aus Groningen und treffen auf den internationalen Pilgerweg nach Santiago de Compostela in Spanien. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Hasselt ist die Windmühle „De Zwaluw“ aus dem Jahr 1784. Diese wurde am Rande der Stadt, an der Spitze des Stenendijk, dem letzten erhaltenen Deich der Niederlande, errichtet und ist Samstagsnachmittags für die Besucher geöffnet. Darüber hinaus ist Hasselt auch für seine Muschelkalkindustrie bekannt. Denn im 15. Jahrhundert entstand dort die erste Muschelkalkbrennerei, dessen letzter Ofen zwar 1990 erlosch, aber immer noch besichtigt werden kann. Die Hansestadt Hasselt, die gleichzeitig Wallfahrtsort und Klein-Amsterdam ist, trägt außerdem den Beinamen „Licht des Nordens“. Denn passend zu Erntedank findet dort das Heufest statt und an diesem Tag wird Hasselt festlich illuminiert. Hasselt ist wirklich eine Stadt, die reich an kulturellem Erbe ist und die auch mich bei meinem Besuch in ihren Bann gezogen hat. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von dieser Perle der neun Hansestädte der Niederlande. 🙂





































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