Eines der beliebtesten touristischen Hotspots der Niederlande ist die Universitätsstadt Delft in der Provinz Südholland, die jeder mit dem Delfter Blau, einer Keramik mit blauem Dekor verbindet. Doch Delft besitzt nicht nur die älteste Universität des Landes, die bereits 1842 gegründet wurde, sondern zählt auch zu den ältesten Städten der Niederlande, die am 15. April 1246 ihre Stadtrechte von Graf Wilhelm II. erhielt. Um die aufsteigende Handelsstadt vor Feinden und Eindringlingen zu schützen, wurde um 1400 mit dem Bau einer Stadtmauer mit acht Stadttoren begonnen. Das einzig heute noch erhaltene Stadttor ist das Oostpoort, auch Sint-Catherijnepoort genannt. Dieses verfügte über einen Land- und Wasserzugang, der mit der Stadtmauer verbunden waren. Das Erdgeschoss war mit Schießscharten versehen und besaß eine Treppe, die zum Wehrgang der Stadtmauer führte. Das Wassertor hatte außerdem eine Durchfahrtsöffnung, die bei feindlichen Angriffen mit Gittern verschlossen werden konnte. Anno 1514 wurden die beiden Türme mit einem sechseckigen Boden erhöht und mit einer Turmspitze versehen, die heute als Wohnhaus und Kunstgalerie dienen. Nach dem Delft eine befestigte Stadt war, verlegte Wilhelm von Oranien 1572 seine Residenz dorthin. Doch Delft brachte ihm kein Glück, denn 1584 wurde er im Prinsenhof vis-á-vis der Oude Kerk von dem Franzosen Balthasar Gérard am 10. Juli 1584 im Auftrag des spanischen Fürsten ermordet und in der Gruft der Nieuwe Kerk beigesetzt. Seither finden in dieser Kirche alle Mitglieder der königlichen Familie ihre letzte Ruhestätte. Delft bekam nach dem Attentat auf Wilhelm von Oranien, dem „Vater des Vaterlandes“ den Beinamen Prinsenstadt. Das Ende von Delft als Festungsstadt erfolgte in den 1840er Jahren, als bis auf das Oostpoort alle anderen Stadttore abgerissen wurden. Das Oostport mit seinen beiden Türmen und der eisernen Zugbrücke ist heute ein Nationaldenkmal, das unter Denkmalschutz steht und das viele Künstler inspirierte, es in Zeichnungen und auf Leinwänden zu verewigen. Dies lag vielleicht auch daran, dass sich vor dem Stadttor das bekannte Gasthaus „De Prins“ befand, in dem Künstler auf ihrem Weg nach Rotterdam und Den Haag oft Halt machten. Auch ich besuchte diese historische Sehenswürdigkeit von Delft, die von 1962 bis 1964 restauriert wurde und wünsche Dir viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂










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