Jardins de l’Hôtel de Ville: die prachtvollen Gärten auf dem Rathausplatz in der Hafenstadt Le Havre

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Vor wenigen Tagen besuchte ich zum vierten Mal die französische Stadt Le Havre. Le Havre ist mit kanpp 190.000 Einwohnern die größte Stadt der Normandie und der zweitgrößte Seehafen Frankreichs. Heute erinnert nichts mehr an das alte Le Havre, einst Frankreichs größter Kaffeehafen, mit breiten Boulevards der Belle Epoque und barocken Reederpalais. Denn im Zweiten Weltkrieg wurde Le Havre zu 80 Prozent zerstört, so dass sein heutiges Stadtbild von langen Straßenzügen und rechtwinkligen Betonbauten geprägt ist. Aus diesem Grund wird Le Havre oftmals als Betonstadt bezeichnet. Le Havre sollte nach seiner Zerstörung als Musterstadt der Moderne auferstehen und da Baumaterialien knapp waren und es riesige Schuttberge gab, schuf der Architekt Perret daraus einzigartige Betonvariationen. Nach dem Motto: „Mein Beton ist schöner als Stein, dessen Schönheit die edelsten Baumaterialien übertrifft. Er hat seine eigene Poesie.“ Erst 50 Jahre später wurde Perrets zukunftsweisende Architektur des Stadtbilds geadelt. So wurde Le Havre 2005 aufgrund seiner außergewöhnlichen Nachkriegsarchitektur von Auguste Perret ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Diesem französischen Architekten hat die Hafenstadt auch ihren wunderschönen Garten mit rund 22.500 Pflanzen zu verdanken, der sich südlich vom Hôtel de Ville, dem Rathaus, erstreckt. Er ist eine willkommene Abwechslung mit seinen Brunnen, den Blumenrabatten und Denkmälern. Die Gärten erinnern dabei an die königlichen Gärten des 18. Jahrhunderts. Sie befinden sich auf dem Rathausplatz und als zentraler Punkt der Stadt ermöglicht dieses monumentale Rechteck eine 360° Grad Sicht auf das imposante Rathaus mit seinem 72 Meter hohen hervorstechenden Turm, die ISAI Wohnhäuser und die Avenue Foch. Bei den ISAI Wohnhäusern handelt es sich um Wohnungen ohne individuelle Zuordnung, die vom Staat erbaut, finanziert und an die früheren Eigentümer verteilt wurden. Ich war beeindruckt von den riesigen Dimensionen des Rathausplatzes, der mit 5 Hektar einer der größten in ganz Europa ist und die wunderschön angelegten Gärten beherbergt. Ich empfand die Gärten als eine wahre grüne Erholungsoase mitten in der Innenstadt. Hier konnte ich die vielen blühenden Blumenbeete bewundern, mich auf eine der vielen Parkbänke setzen und einfach die Ruhe genießen, die dort herrschte. Die Gärten sind ein herrlicher Entspannungsort, den sowohl die Einheimischen als auch die Touristen gerne nutzen. Mein absolutes Highlight der Gärten waren die wundervollen Wasserfontänen und Wasserspiele. Es war ein herrliches Schauspiel ihnen zuzuschauen. Ich lernte Le Havre von einer ganz anderen Seite kennen, die wirklich sehr sehenswert ist. Nach meinem Besuch des Parks machte ich mich auf die Innenstadt näher zu erkunden und ich entdeckte sehr viel Neues. Manchmal muss man die Augen schließen, um die wahre Schönheit zu sehen und zu verstehen, welche großartige Vision Perret beim Wiederaufbau Le Havres hatte. Le Havre ist mehr als eine Betonstadt, wer sie genau betrachtet, entdeckt ihre wahre Schönheit. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von der Hafenstadt Le Havre. 🙂

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