Castle of the German Order: Schloss Horneck – Burg des Deutschen Ordens

Isabella Mueller, @isabella_muenchen

Meine Reise auf den Spuren des Deutschen Ordens führte mich zum Schloss Horneck in Gundelsheim am Neckar. Gundelsheim war einst Sitz der Deutschordensritter und ich begab mich zum Schloss Horneck, das hoch über der Stadt Gundelsheim liegt und Residenz des Deutschen Ordens war. Das Schloss wurde vermutlich um 1200 errichtet. Um 1255 trat der Bauherr Konrad von Horneck dem Deutschen Orden, einer römisch-katholischen ritterlichen Ordensgemeinschaft, bei und brachte seinen Besitz als fromme Stiftung ein. Seit der Amtszeit von Eberhard von Seinsheim in den Jahren 1420 bis 1443 war die Burg Residenz der Deutschmeister. Sie ist somit der dritte Hauptsitz des Ritterordens. Nach ihrer Zerstörung im Bauernkrieg 1525 wurde die Residenz des Ritterordens nach Bad Mergentheim verlegt. Im Jahr 1533 entstand auf den Fundamenten der Burg ein weitläufiges Renaissance-Schloss. Dieses wurde ab 1724 im Barockstil umgestaltet. Dafür verantwortlich waren die Ordensbaumeister Franz und Michael Keller Horneck. Davon zeugen der Festsaal sowie das Eingangsportal mit dem Wappen des Erbauers Hochmeister Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg mit Personifikationen der Standhaftigkeit und der christlichen Liebe. Nach politischen und militärischen Auseinandersetzungen im 17. und 18. Jahrhundert endet die Deutschordenszeit. Im Jahre 1805 fielen Schloss Horneck und Gundelsheim nach der Säkularisierung an Württemberg. Wechselnde private Besitzer nutzen das Anwesen. Bis im Jahre 1897 das berühmte Sanatorium Horneck unter ärztlicher Leitung von Professor Roemheld entstand. Während der Weltkriege diente Horneck als Lazarett und danach bis 1960 als Lungenheilstätte. Im Jahr 1960 erwarb der Hilfsverein „Johannes Honterus“ das Schloss und errichtete das Heimathaus Siebenbürgen, das heute ein großes Alters- und Pflegeheim, sowie das kulturelle Zentrum der Siebenbürger Sachsen in Deutschland mit Bibliothek, Archiven und Museum enthält. Auf der Brücke vor dem Schloss genoss ich den Blick über Gundelsheim und das Neckartal. Die alten, massiven Schlossmauern beeindruckten mich. Ich erblickte das Portal zur Stadt hin. Ein Prunktor, das mit Ordensritter-Grabdenkmälern der früheren Schlosskapelle aus dem 15. und frühen 16. Jahrhundert verziert wurde. Diese sind heute teilweise noch als Gipsabgüsse erhalten. Ich machte mich auf das Schloss zu erkunden. Im Schlosshof entdeckte ich die Bibliothek sowie das Museum, das sich derzeit im Umbau befindet. Im Landesmuseum für Siebenbürgen können Besucher viel Spannendes und Interessantes über die Region Siebenbürgen, das sagenumwobenen Transsilvanien, im heutigen Rumänien entdecken. Mein Weg zurück führte mich wieder über die Steinbrücke am Neubau des Seniorenheims vorbei. Der einstige Altersheimbetrieb wurde 2015 im Schloss Horneck eingestellt und das gesamte historische Gebäude zum Siebenbürgischen Kulturzentrum umgewandelt. Ich verweilte noch eine Weile und ließ meine Gedanken an diesem historischen Ort schweifen. Ein geschichtsträchtiges Gebäude, das zusammen mit der Burg Guttenberg die deutsche Ebene und die Verbindungswege zwischen Heidelberg und Heilbronn beherrschte. Dieses nach außen eher schmucklose Schloss ist wirklich sehenswert und für alle Mittelalterfans ein Muss, schon allein wegen seinem traumhaften Panorama über Gundelsheim, die Kulturlandschaft des Neckartals und dem Himmelreich, dem historischen Terrassenweinberg des Deutschen Ordens. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos vom Schloss Horneck in Gundelsheim. 🙂

Verfasst von

Webseite: www.isabella.wien . Email: post@isabellas.blog . Instagram: @isabella_muenchen . Facebook: @IsabellaMuenchen . Twitter: @IsabellaMuelle9