Historischer Stadtrundgang durch die romantische Stadt Weinsberg

Isabella Müller Heidelberg Heilbronn Weinsberg @isabella_muenchen

Bei meinem historischen Stadtrundgang durch die Stadt Weinsberg, auf dessen mit Reben bestückter Bergkegel die sagenhafte Burgruine Weibertreu markant über der Stadt thront, entdeckte ich viel Sehenswertes. Denn der historische Stadtrundgang führt an 24 Stationen mit Informationstafeln vorbei, die prägend für die romantische Weinstadt sind und allerhand Wissenswertes rund um Weinsberg vermitteln. Meinen Rundweg startete ich an der ersten Station, der Stadtmauer, die die Stadt 5 Kilometer östlich von Heilbronn gelegen, umgibt. Die Stadtmauer wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Buckelquaderbauweise aus Schilfsandstein errichtet. Der Mauerring bestand einst aus einem überdachten Wehrgang, davor befand sich ein Wall- und Wassergraben. Sieben Türme überragten die Stadtmauer, darunter zwei Tortürme der Untere und Obere Stadttorturm. Die Mauer war 1327 Meter lang, bis zu 8 Meter hoch und 1,5 Meter dick. Seit dem frühen 19. Jahrhundert fielen immer mehr Teile der Anlage der zunehmenden Vergrößerung der Stadt zum Opfer. Durch einen Durchgang bei der Stadtmauer gelangte ich zur imposanten Johanneskirche. Diese dreischiffige, flach gedeckte Basilika mit dem in Süddeutschland ungewöhnlichen Stützenwechsel zwischen Haupt- und Seitenschiffen wurde um 1204 errichtet. Ihr Langhaus wurde im spätromanischen Baustil erbaut. Der im Osten angrenzende Turmchor mit dem ins Achteck übergehenden Turm ist um 1240 bis 1250 entstanden. Der höher gelegene Altarraum mit Rippengewölbe endet in einem mächtigen Schlussstein. Der Anbau des Ostchores und der heutigen Sakristei wurde im frühgotischen Baustil errichtet. Das Deckennetzgewölbe ist mit Zeichnungen von Heilpflanzen verziert. Den großen Stadtbrand von 1707 und die Zerstörungen beim Luftangriff am 12. April 1945 überstand die Kirche unbeschadet. Vor der Reformation bis 1534 war sie Kapitelort und Zentralkirche des Landkapitels Weinsberg im Bistum Würzburg. Seit 2007 beherbergt der Ostchor sieben Glasfenster des renommierten Künstlers Johannes Schreiter. Die Kirche ist Johannes dem Täufer geweiht und Weinsberg ist Sitz eines Evangelischen Dekanats. Die Johanneskirche ist ein beeindruckender Sakralbau, an dessen Außenfassade die unterschiedlichen Bauepochen noch gut erkennbar sind. Der Kirchenhof grenzt direkt an die Stadtmauer an und wurde einst als Friedhof genutzt. Heute ist er als Ökolampadiusplatz bekannt und verdankt seinen Namen dem Reformator Johannes Ökolampadius, der in Weinsberg geboren wurde und an der Kirche gepredigt hatte, bevor er nach Basel kam. Ihm zu Ehren wurde 1869 ein Denkmal auf dem Platz aufgestellt, das 1967 wegen Verwitterung wieder entfernt werden musste. Heute erinnert eine Inschrift an der Umfassungsmauer an den Reformator. Der historische Rundweg führte mich auch zum 1803 errichteten Marktbrunnen mit Wappen der Stadt Weinsberg. Der mit Blumen bepflanzte Brunnen war dreiröhrig und hatte einen eisernen Brunnenkasten mit Inschrift. Ich konnte mir vorstellen, wie früher sich die Menschen am Brunnen trafen, um sich beim Wasser holen oder beim Tränken der Tiere zu unterhalten. Denn früher waren Brunnen wichtige Lebensmittelpunkte, an der sich die Menschen austauschen konnten. Der historische Stadtrundgang führte mich an vielen wissenswerten Stationen vorbei, die ich schweren Herzens nicht alle explizit erläutern kann. Ich genoss meine Zeitreise durch Weinsberg anhand des historischen Rundwegs und lernte viel über die romantische Stadt mit ihrer traumhaften Landschaft und Weinreben soweit das Auge reicht. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Weinsberg 🙂

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