Den Wienerwald hautnah erleben im Lainzer Tiergarten

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Die Natur ist die beste Apotheke und darum machte ich einen Ausflug in den Lainzer Tiergarten, der im Westen der Stadt Wien im östlichen Wienerwald liegt. Hier im ehemaligen Jagdrevier des Kaiserhauses gibt es eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft mit einer Vielfalt an Tieren und Pflanzen sowie kulturhistorischen Ausstellungen in der Hermesvilla, die Erholung, Naturerlebnis und Bildung optimal miteinander verbinden. Das Freizeitangebot im Lainzer Tiergarten ist sehr groß. Neben zwei Naturerlebnispfaden, gibt es wunderbare Wanderwege, Waldspielplätze, Laufstrecken, Lagerwiesen, eine Aussichtswarte und auch für das leibliche Wohl wird dank Restaurants und Gasthäuser bestens gesorgt. Die Geschichte des Lainzer Tiergarten reicht bis 1270 zurück als ein „Auhof“ in Hütteldorf erstmals urkundlich erwähnt wurde. Seit 1457 ist der „Thier- und Saugarten“ zu Laab im Walde überliefert. Um 1780 erhielt der Tiergarten seine heutige Ausdehnung. Die etwa 22 Kilometer lange Tiergartenmauer wurde 1782 bis 1787 vom Maurermeister Philipp Schlucker errichtet. Kaiser Franz Joseph ließ 1882 bis 1886 für seine Gattin Elisabeth, im Volksmund Sisi genannt, die Hermesvilla errichten. Dieses Schloss der Träume ist idyllisch im Lainzer Tiergarten eingebettet und verdankt ihren Namen, der im Garten stehenden Statue „Hermes der Wächter“. Ab 1919 wurde der Tiergarten an Wochenenden für die Bevölkerung geöffnet. Im Jahr 1941 wurde der Lainzer Tiergarten Naturschutzgebiet. Seit 2005 ist er Teil des Biosphärenparks Wienerwald und seit 2008 zusätzlich Europaschutzgebiet. Die Gesamtfläche des Lainzer Tiergarten beträgt 2.450 Hektar. Ein Spaziergang durch den Lainzer Tiergarten ist immer wieder ein Erlebnis mit seinen imposanten Eichen- und Buchenwälder. Hier leben viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Im Lainzer Tiergarten stand nicht die Holznutzung im Vordergrund, sondern der Tierbestand und die Jagd. Daher ist der Wald teilweise über 400 Jahre alt. Heute werden diese Wälder bewusst geschützt und gepflegt. Denn die Baumriesen sind, ob lebend oder abgestorben, ein unersetzlicher Lebensraum für seltene Tierarten. So wurden im Lainzer Tiergarten die Wiesen nie trockengelegt oder mit Kunstdünger und Spritzmitteln behandelt. Das Umwühlen von Wiesen durch die Wildschweine erzeugt Lebensräume für im übrigen Wienerwald Großteils ausgestorbene Pflanzenarten. Der Lainzer Tiergarten ist ein wahres Naherholungsgebiet fernab des Großstadttrubels. Vom Lainzer Tor aus startete ich meinen Spaziergang entlang des Naturlehrpfades. Über Schautafeln wird jeder Besucher über die verschiedenen Pflanzen- und Tierarten, die im Lainzer Tiergarten leben, informiert. Ich konnte die riesigen Eichen bestaunen und erfuhr, dass Eichen über 1.000 Arten von Tieren, Pilzen, Moosen und Flechten beherbergen. Je dicker und älter der Baum, desto mehr Platz ist für die Eichenbewohner vorhanden. Durch das langsame Wachstum und die langen Alters- und Zerfallsphasen sind die Lebensbedingungen für Eichenbewohner über lange Zeiträume gleichbleibend. Der Naturlehrpfad war sehr informativ und mein Spaziergang an der frischen Luft tat mir richtig gut. Zudem liebte ich es die Rehe im Gehege zu beobachten und genoss das Plätschern der naturbelassenen Bäche. Der Lainzer Tiergarten ist eine grüne Oase, in der ich die Natur hautnah spüren und einfach die Seele baumeln lassen kann. Ein unverzichtbares Naherholungsgebiet, das einfach glücklich macht. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos des Lainzer Tiergarten. 🙂

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