Der Mystische Minervatempel mit unterirdischer Kammer

Isabella Mueller Schwetzigen Schloss Heidelberg @isabella_muenchen

Bei meinem Besuch des Schwetzinger Schlossgartens, einem der bedeutendsten Gartenanlagen Europas, kam ich auch am mystischen Minervatempel vorbei. Diesen Tempel errichtete der lothringische Gartenarchitekt Nicolas de Pigage in den Jahren von 1767 bis 1773. Der faszinierende Minervatempel befindet sich in einem Wäldchen, das sich an das offene Kreisparterre anschließt. Ein solches Boskett, Lustwäldchen, war ein kunstvolles Waldlabyrinth aus in Form geschnittenen Sträuchern und Hecken, das unerwartete Anblicke und verblüffende Blickachsen herstellte. In diesem Boskett steht der Minervatempel, dessen Name sich von der römischen Göttin Minerva ableitet, die als Göttin der Weisheit, Künste und Wissenschaft gilt. Mein erster Blick als ich vor dem Tempel stand, fiel auf die offene Vorhalle mit prächtigem Dreiecksgiebel, der von insgesamt 8 Säulen, aufgeteilt in zwei Reihen getragen wird. Das Giebelfries zeigt die Göttin Minerva wie sie den Plan des Schwetzinger Schlossparks begutachtet und genehmigt. Eine große Marmorstaue der Göttin mit einer Eule vor ihren Füßen befindet sich auch an der Rückwand im Tempel. Die Statue wurde 1716 von dem Bildhauer Gabriel de Grupello geschaffen. Ihr ursprünglicher Standort war einst Düsseldorf, doch der Kurfürst Carl Theodor ließ die Statue nach Schwetzingen bringen. Dort wurde sie 1767 von dem kurpfälzischen Hofbildhauer Peter Anton von Verschaffelt restauriert, der auch die Altäre im Tempel schuf. Der Tempel ist eine Oase der Ruhe, seine Marmorbänke laden dabei zum Verweilen und ausgiebigen Entspannen ein. Unter dem Tempel befindet sich eine Art unterirdische Kammer. Diese ist von der Rückseite des Tempels aus über eine Pforte zugänglich. Die Pforte wird oberhalb von einem Dreieckgiebel mit Faun-Maske verziert. Der Faun gilt in der römischen Mythologie als Gott des Waldes und wird in der Kunst und Literatur als Symbol der hemmungslosen sexuellen Triebhaftigkeit dargestellt. Der Minervatempel ist ein faszinierendes Bauwerk des Schwetzinger Schlossgarten, der auf seinem Vorplatz einen herrlichen Tritonenbrunnen mit ovalem Wasserbecken beherbergt. Ich war beeindruckt von diesem wunderbaren Minervatempel und wünsche Euch viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

Verfasst von

Webseite: www.isabella.wien . Email: post@isabellas.blog . Instagram: @isabella_muenchen . Facebook: @IsabellaMuenchen . Twitter: @IsabellaMuelle9

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.