Der folternde Stückelmörder

Isabella Mueller @isabella_muenchen Kopenhagen

Einer der wohl grausamsten Morde in der dänischen Kriminalgeschichte ereignete sich am 10. August 2017. An diesem Tag war die 30 Jahre alte schwedische Journalistin Kim Wall mit dem 47 Jahre alten dänischen U-Boot-Bauer Peter Madsen auf seinem selbst gebauten U-Boot Nautiulus, das seinen Namen nach den legendären Fahrten des Romanhelden Kapitän Nemo des Schriftstellers Jules Verne erhielt und 2008 das erste Mal in See stach, zu einem Interview verabredet. Nichts ahnend, dass sie dieses nicht mehr lebend verlassen würde, begab sich sich in das fast 18 Meter lange und 40 Tonnen schwere U-Boot, dass das größte von einer Privatperson gebaute U-Boot der Welt ist, um mit Madsen eine Fahrt auf den Öresund, eine Meerenge zwischen Dänemark und Schweden zu machen. Doch was Kim Wall nicht wissen konnte war, dass in Madsen, dem genialen Tüftler ein grausames Monster schlummerte. Diesem Monster fiel Kim Wall zum Opfer, die Madsen an Bord des U-Boots folterte, sexuell missbrauchte und anschließend tötete. Danach zerstückelte er die Leiche, packte sie in Plastikteile, beschwerte sie mit Metallgegenständen und warf sie ins Meer. Madsen versenkte am nächsten Vormittag sein U-Boot. Er konnte aber aus dem Meer gerettet werden. Die Polizei, die von Kim Walls Freund eingeschaltet worden war, da sie sich seit dem Treffen nicht mehr gemeldet hatte, befragte Madsen nach Kim Wall. Dieser gab zunächst an, dass er Kim Wall noch am Abend an Land gebracht hatte. Als jedoch ihre Leichenteile in den Plastiktüten gefunden wurden, änderte er immer wieder seine Aussagen. Zwar räumte er ein, dass Kim Wall bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen war und er als Kurzschlussreaktion die Leiche zerstückelt hatte, jedoch bestritt er vehement den Mord und sexuellen Missbrauch. Doch laut Obduktionsbericht wurden einige der Verletzungen vor, während und nach der Tötung zugefügt, was Madsens Aussage widerlegte. Der Mord an Kim Wall war eine perfide, geplante Sexfantasie wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben. Madsen war Fan von brutalen Sadomaso-Praktiken. Im Zuge der Ermittlungen fand die Polizei in seiner Werkstatt eine Festplatte, die Fetischvideos enthielt, in denen Frauen, gefoltert, geköpft oder lebendig verbrannt wurden. Madsen galt vor dem Prozess als exzentrischer Erfinder, der bereits im Alter von 15 Jahren seine erste Firma die „Danish Space Academy“ gegründet hatte. Neben U-Booten galt seine Passion auch Raketen. Im Jahr 2011 startete er von der Plattform der Insel Bornholm aus eine Rakete. Niemand ahnte, dass Madsen ein psychopathischer Frauenhasser war. Nach elf Prozesstagen wurde Madsen 2018 im Gerichtssaal Nummer 60 des Kopenhagener Amtsgerichts Byret zu lebenslang, der höchstmöglichen Haftstrafe, die das dänische Gesetz vorsieht, verurteilt. Diese lebenslange Haft ist in Dänemark nicht zeitlich begrenzt. Darum legte Madsen viereinhalb Monate nach dem Urteil Berufung ein, um eine zeitlich begrenzte Strafe zu erstreiten. Doch die Berufung des U-Boot-Konstrukteurs scheiterte und es blieb bei lebenslanger Haft. In der Herstedvester Strafvollzugsanstalt heiratete der perverse Stückelmörder Madsen am 19. Dezember 2019 die russische Aktivistin und zweifache in Finnland lebende Mutter Jenny Curpen, die er über Facebook kennen gelernt hatte. Dies sorgte für großes Aufsehen in der Öffentlichkeit, da es schwer nachvollziehbar ist, einen Mann, der so brutal gemordet hat, zu heiraten. Aber in der Faszination des Bösen liegt oft ein seltsam anziehender Reiz. Im Oktober 2020 unternahm Madsen sogar einen Fluchtversuch aus seiner Haftanstalt, doch er kam nur wenige Hundert Meter weit, bevor er wieder gefasst wurde und bis heute dort seine Strafe verbüßt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Hafen in der dänischen Metropole Kopenhagen. 🙂

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