Der älteste Blitzableiter Europas

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Unter der 50-jährigen Herrschaft des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz wurden die Städte Mannheim und Schwetzingen zum Zentrum für Kultur und Wissenschaft. Carl Theodor, der physikalische Studien liebte, ließ 1760 im Mannheimer Schloss ein physikalisches Kabinett einrichten. Anno 1763 stiftete er die Kurpfälzische Akademie in Mannheim. Direktor des physikalischen Kabinetts im Mannheimer Schloss war der Physiker, Meteorologe und Jesuitenpater Johann Jakob Hemmer, der nach dem großen, amerikanischen Vorbild von Benjamin Franklin mit elektrischer Ladung und Entladung experimentierte. Es gelang ihm schließlich einen Blitzableiter zu entwickeln, den sogenannten Hemmer´schen Fünfstern. Dieser besitzt an einer senkrechten Stange ein waagrechtes Spitzenkreuz. Der Blitzableiter wurde am 17. Juli 1776 auf den Dächern des Schwetzinger Schlosses, der Sommerresidenz des Kurfürsten Carl Theodor angebracht. Carl Theodor war der erste Landesfürst in Europa, der am 27. Februar verfügte, dass alle Schlösser, Pulvertürme und andere wichtige Gebäude seiner Länder mit sogenannten „Wetterleitern“ versehen wurden. Denn 1764 wurde das Heidelberger Schloss und 1769 der Marstall in Schwetzingen durch Blitzeinschlag zerstört. Mit dem Blitzableiter, dem Hemmer´schen Fünfstern, konnte die Brandgefahr durch einen Blitzeinschlag naturwissenschaftlich gelöst werden. Der Hemmer´sche Fünfstern war der erste Blitzableiter Europas, der für Sicherheit bei Gewitter sorgte. Diese bahnbrechende Erfindung des Wissenschaftlers Johann Jakob Hemmer ist noch heute auf den beiden Türmen des Schwetzinger Schlosses vorhanden und zählt damit zu den ältesten Blitzableitern Europas. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Schwetzinger Schloss. 🙂

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