Die Hexenprozesse

Isabella Müller Wasserburg Bodensee @isabella_muenchen

Eine Hochburg der Hexenprozesse im Bodenseekreis war die kleine fuggerische Herrschaft Wasserburg. In dieser wurde gegen 31 Personen Hexenprozesse geführt, von denen 25 hingerichtet wurden, eine Frau Selbstmord verübte und einer Frau tatsächlich die Flucht gelang. Nur 5 Personen überlebten die Hexenprozesse. Dabei war fast ein Viertel der Angeklagten 18 Jahre alt oder sogar noch jünger. Bei den Todesopfern handelte es sich nicht nur um Frauen. In Wasserburg waren insgesamt 19 männliche und 12 weibliche Personen wegen Hexerei angeklagt. Oftmals handelte es sich um Einheimische. Somit waren die Hexenprozesse Ausdruck der Konflikte der ansässigen Bevölkerung. Eine dieser Angeklagten war Barbara Ginthör. Bereits ihr Vater; Ulrich Ginthör, war 1658 wegen Hexerei hingerichtet worden. Vier Jahre danach wurde auch die ledige Barbara von Jakob Wetzler der Hexerei beschuldigt. Nach so einem Vorwurf erfolgte stets eine Befragung durch den Oberamtsmann, der seine Ergebnisse in einem Gutachten festhielt. Barbara Ginthör wurde anschließend von dem Scharfrichter aus Tettnang 3 Tage lang zunächst gütlich und dann peinlich verhört. Die Foltermethoden im peinlichen Verhör reichten von Arm- und Beinschrauben über beträufeln mit brennendem Pech, Verbrennen mit Fackeln bis hin zu Baden in Säure, dem Brechen von Knochen sowie dem Auskugeln von Gelenken. Um die Qualen der Folter zu beenden, legten die meisten Angeklagten wie auch Barbara ein Geständnis ab. Denn ohne Geständnis durfte keiner in der frühen Neuzeit verurteilt werden. Danach fand das Gerichtsverfahren, in dem Barbara von dem Gerichtsschreiber verteidigt wurde, statt. Das Urteil wurde Barbara von zwei Geistlichen überbracht. Nun musste Barbara vor 7 unbescholtenen Zeugen erneut ein Bekenntnis ihrer Vergehen ablegen. Erst jetzt durfte Barbara offiziell als Hexe bezeichnet werden, die dem Scharfrichter vorgeführt wurde. Barbara Ginthör wurde am 16. September 1660 vom Scharfrichter mit dem Schwert gerichtet und anschließend verbrannt. Ihre Asche wurde danach auf dem Richtplatz zerstreut. So endete das Leben einer als Hexe verurteilten Frau. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Wasserburg, dem Ort an dem die Hexenprozesse von Barbara und ihrem Vater Ulrich Ginthör stattfanden. 🙂

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