Der Witwenmörder

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Am 11. Mai 1886 hatte sich um die Mittagszeit vor dem Biedermeier-Haus der Burggasse 72 im 7. Wiener Gemeindebezirk eine Menschentraube angesammelt. Es hatte die Runde gemacht, dass dort die 84 Jahre alte Anna Maria Bauer tot in ihrer Wohnung im ersten Stock gefunden worden war. Die Witwe eines Trödlers galt als sehr vermögend, die nicht nur das Biedermeier-Haus, sondern auch mehrere andere Häuser besaß, die ihr gut Mieteinnahmen einbrachten. So konnte die alte Trödlerwitwe ein sorgenfreies Leben führen und sich sogar eine Haushaltshilfe leisten. Diese war Jakobine Stockhammer eine entfernte Verwandte, die sie tatkräftig im Haushalt unterstützte. Anna Maria Bauer war eine beliebte alte Dame, die häufig Besuch empfing. Da diesmal ihre Bekannten vor verschlossen Tür standen, obwohl sie sich zum Kaffeeklatsch verabredet hatten, informierten diese die Nachbarn, die schließlich die Wohnungstür aufbrachen und Anna Maria Bauer dort tot auffanden. Sofort alarmierten diese die Polizei. Am Tatort erschien der angesehene Oberpolizeirat Breitenfeld, der nach Besichtigung des Tatorts zur folgenden Rekonstruktion des Tathergangs kam. Als die alte Dame sich anziehen wollte, hatte ihr jemand mit einem dumpfen Gegenstand den Schädel eingeschlagen. Darum war die alte Dame auch nur zur Hälfte angekleidet. Bei dem Gegenstand handelte es sich um eine Keule, die Breitenfeld unter der Kommode fand. Auch das Mordmotiv war schnell gefunden, da sämtliches Bargeld aus der Metall-Kassette fehlte, wurde Anna Maria Bauer aus reiner Habgier getötet. Der Täter musste aus dem nahen Umfeld stammen, da er ohne die Wohnung zu durchwühlen, wusste wo sich der Schlüssel zur Geldkassette befand und der Hofhund nicht angeschlagen hatte. Schnell geriet die Hausangestellte in Verdacht, die auf der Polizeiwache den Mord an Anna Maria Bauer gestand. Beim Ankleiden brannte der armen Jakobine Stockhammer die Sicherung durch. Sie wünschte sich so sehr ein besseres Leben und als sie den Schlüssel zur Geldkassette sah, erschlug sie kurzerhand mit der Keule die ahnungslose Witwe. Für dieses scheußliche Verbrechen wurde Jakobine Stockhammer von einem Sechs-Richter-Kollegium zum Tode verurteilt. Der Kaiser Franz Joseph I. ließ jedoch Gnade walten und wandelte die Strafe in 20 Jahre schweren Kerker um. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der legendären Wiener Hofburg, dem einstigen Regierungssitz des Kaisers. 🙂

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