Ein Meisterdieb, dem der Coup des Jahrhunderts gelang, war der Kanadier Gerald Daniel Blanchard. Dieser schaffte 1998 das Unmögliche, denn ihm gelang es den legendären Sisi-Stern zu stehlen. Dieses Schmuckstück, das die Kaiserin Elisabeth, besser als Sisi bekannt, so gern in ihrem Haar trug, wurde einst vom Wiener Hofjuwelier Köchert gefertigt. Der Sisi-Stern, der eingefasst mit Diamanten und in der Mitte eine große Perle hat, war das Herzstück der Jubiläumsschau „Elisabeth. Schönheit für die Ewigkeit“, die im Juni 1998 anlässlich dem 100. Todestag von der Kaiserin Sisi im Schloss Schönbrunn, dem größten Schloss Österreichs im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing, stattfand. Das kostbare Schmuckstück, das eine Leihgabe einer Privateigentümerin aus Ungarn war, wurde in einer gesicherten Vitrine aus Panzerglas aufbewahrt. Am 26. Juni 1998 musste der Chefrestaurator wegen Personalmangels höchst persönlich die Führung durch die Ausstellung übernehmen. Als er stolz das Highlight der Ausstellung den Besuchern präsentieren wollte, traute er seinen Augen nicht. Denn in der Vitrine befand sich ein Duplikat. Sofort alarmierte er die Polizei, die im Großaufgebot anrückte. Wie konnte dies nur passieren? Die Polizei tappte jahrelang im Dunkeln, wer den Sisi-Stern geraubt hatte. Dann tauchte dieser nach 9 Jahren plötzlich im kanadischen Winnipeg bei der Großmutter von Blanchard, der in Kanada nur Meisterdieb genannt wurde, auf. Nachdem dieser wegen diverser Diebstähle verhaftet worden war. Blanchard stellte sich als der Dieb des Sisi-Sterns heraus. Doch wie hatte Blanchard diesen spektakulären Raub begannen? Diese Frage interessierte die Medien brennend. Blanchard erzählte eine abenteuerliche Geschichte, die aus einem Drehbuch eines Actionthrillers hätte stammen können. Er hatte im Juni 1998 die Jubiläumsausstellung besucht. Als er den Sisi-Stern erblickte, wollte er ihn unbedingt stehlen, weshalb er die Schrauben der Vitrine in einem unbemerkten Moment lockerte. Dann flog er nachts mit einem befreundeten Pilot in dessen Flugzeug über das Schloss Schönbrunn. Er sprang aus dem Flugzeug und landet dank seines Fallschirms auf dem Dach des Schlosses. Anschließend seilte er sich in die Ausstellungsräume im 1. Stock ab. Dann stieg er über ein Fenster, das er bei seinem Besuch der Ausstellung am Vortrag geöffnet hatte, ein. Er ging zum ehemaligen Frühstückszimmer der Kaiserin und schraubte die Vitrine mit dem Sisi-Stern auf. Danach entwendete er den Stern und tauschte diesen gegen eine Fälschung aus. Er flüchtete über den Schönbrunner Schlossgarten. Das Schmuckstück schmuggelte er per Druckluftflasche seiner Tauchausrüstung in seine Heimat Kanada. Erst Wochen später wurde der Diebstahl überhaupt bemerkt, da der Chefrestaurator selbst durch die Ausstellung geführt hatte. Im August 2008 kehrte der Sisi-Stern unversehrt nach Wien zurück, wo er bis heute im Sisi-Museum bestaunt werden kann. Blanchard wurde wegen des Diebstahl nie angeklagt, da der Stern für die Kanadier die geringste Sorge in Bezug auf den Meisterdieb war. Bis heute ist es kaum zu glauben, wie leicht der Sisi-Stern zu stehlen war. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Schloss Schönbrunn, wo einst Blanchard hollywoodreif den Sisi-Stern entwendet hatte. 🙂












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