Die Festungsstadt der Veluwe, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet der Niederlande, ist die historische Hansestadt Elburg in der Provinz Overijssel. Diese alte Fischerstadt an den Veluwe-Randmeeren liegt zentral zwischen den Hansestädten Zwolle und Harderwijk. Dank der alten Stadtmauer, den engen Gassen, den gepflasterten Gehwegen und den grün bewachsenen Stadtwällen fühlt man sich wie im Mittelalter. Die Geschichte von Elburg reicht bis ins Jahr 796 zurück. Anno 1233 erhielt Elburg die Stadtrechte. Aufgrund der Marcellus-Flut 1362 und einer weiteren Überschwemmung 5 Jahre später, in der viele Menschen ums Leben kamen und große Stücke Land weggespült wurden, beschloss der Herzog von Geldre, Willem van Gullick, die Stadt zu verlegen. Diese Aufgabe übernahm der geldrische Rentmeister Arent thoe Boecop, der Elburg zwischen 1392 bis 1396 komplett nach dem Prinzip des Goldenen Schnittes, einer Seltenheit in der Stadtplanung, neu aufbaute. Die Stadt erhielt einen einzigartigen rechteckigen Grundriss, so dass Elburg innerhalb seiner Grachten genau 350 x 250 Meter misst. Diese Form existiert nun schon seit mehr als sechs Jahrhunderten. Den Eingang in diese mittelalterliche Festungsstadt wie aus einem Bilderbuch bildet das „Vischpoort“ in der Nähe des Hafens, das man über eine Brücke mit Wehranlagen erreicht. Dieses altehrwürdige Stadttor war einst ein Verteidigungsturm, der 1592 im Zuge der Erweiterung der Befestigungsanlage als Tor mit Durchgang umgewandelt wurde und den Namen „de Vischpoort“ erhielt. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts fielen die Tore und Verteidigungstürme dem Abriss zum Opfer. Einzig das Vischpoort blieb verschont, das im 19. Jahrhundert mit seiner großen Laterne als Leuchtturm für die Schifffahrt diente. Die kopfsteingepflasterte Altstadt von Elburg bietet die höchste Dichte an Denkmälern in den Niederlanden. Eines dieser Denkmäler ist das 1418 errichtete Agnietenkloster, ein ehemaliges Frauenkloster, in dem sich heute das Museum Elburg, die Touristeninformation und ein kleiner, aber feiner Klostergarten befindet. Der Klostergarten ist ebenso wie der historische Groene Kruidhof, ein Kräutergarten, der in Elburgs ältester Straße, der Ellestraat, liegt, gratis. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Elburg ist die Grote oder St. Nicolaas Kerk, die 1397 erbaut wurde und deren Schutzpatron St. Nicolaas, der Schutzpatron der Fischer und Seefahrer ist. Die Kirche befindet sich aufgrund des rechteckigen Grundrisses von Elburg nicht in der Stadtmitte, sondern am Rand der alten Stadtmauer. Elburg besitzt auch ein Nationales Orgelmuseum. Dieses ist das einzige in den Niederlanden, das über die Geschichte der Pfeifenorgel informiert und sich im Arent thoe Boecophuis befindet. Ein Stadtschloss, das der Herzog van Gelre im 14. Jahrhundert errichtete und seinem Rentmeister Arent thoe Boecop vermachte, dessen Name es bis heute trägt. Zwischen 1400 bis 1954 war es das Rathaus von Elburg. Eine Besonderheit in Elburg sind die sogenannten „Keitjesstoepen“, mosaikartige Verzierungen der Bürgersteige, die den Beruf und den Anfangsbuchstaben des Hausbewohners darstellen. In der Festungsstadt Elburg scheint die Zeit wirklich still zu stehen, denn hier kann jeder hautnah auf den Spuren des Mittelalters wandeln. Auch ich verspürte den mittelalterlichen Charme dieser längst vergangen Zeit und wünsche dir viel Freude mit meinen Fotos von der alten Hansestadt Elburg. 🙂














































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