Vor über einem halben Jahrhundert ereignete sich im Jahr 1953 eine schreckliche Sturmflut in den Niederlanden. Bei dieser wurde die Provinz Zeeland besonders schwer getroffen. Die Auswirkungen der südlichen Küstenprovinz waren damals verheerend. Es waren nicht nur viele Menschen und Tiere ums Leben gekommen, sondern viele hatten auch ihr Zuhause und ihren Arbeitsplatz verloren. Damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholte, sichern heute Deiche und Flutwehre, sogenannte Delta-Sperrwerke das Hinterland. Dieses Delta-Gebiet besteht aus den Inseln Schouwen-Duiveland, Beveland und Walcheren, die nach der Sturmflut durch einen Abschlussdeich miteinander verbunden wurden und so das Hinterland vor weiteren Hochwasserkatastrophen schützen. Die Hauptstadt der Provinz Zeeland ist Middelburg mit 50.000 Einwohnern, die auf der Halbinsel Walcheren liegt. Diese Provinzhauptstadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, von der ihre historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, den kleinen Kanälen und den über 1.100 Baudenkmälern zeugt. Denn Middelburg war im Goldenen Zeitalter neben Amsterdam eine der wichtigsten Handelsstädte, in der über 300 Schiffe für den internationalen Handel mit Textilien, Gewürzen und Keramik hergestellt wurden. Daran erinnern neben den prächtigen Giebelhäusern, auch die über 900 Jahre alte Abtei, die Sitz der Provinzregierung ist sowie ihr 90 Meter hoher Abteiturm, der Lange Jan, der die Skyline von Middelburg entscheidend prägt. Das Wohnzimmer von Middelburg ist der Marktplatz mit seinen vielen Restaurants, Cafés und Boutiquen, dessen Herzstück das wunderschöne, spätgotische Rathaus ist. Dieses wurde von den Lesern der Tageszeitung Trouw im Juni 2007 sogar zum zweitschönsten Gebäude der Niederlande gekürt. Das Rathaus, das über den Marktplatz wacht, wurde ab 1452 bis 1520 durch mehrere Generationen einer flämischen Architektenfamilie errichtet, dessen Turm sowie die Fenster mit ihren 25 Statuen von Zeeländer Grafen und Gräfinnen im Stil der Gotik gestaltet wurde. Der Turm des Rathauses wird im Volksmund auch Malle Betje, Verrücktes Lieschen genannt, da die Uhr immer ein bisschen später als die des Langen Jan ertönt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Rathaus schwer beschädigt und anschließend wieder restauriert. Heute wird es größtenteils von dem University College Roosevelt genutzt, auch Trauungen und Empfänge finden dort immer noch statt. Auch ich kam bei meinem Besuch von Middelburg am Marktplatz mit seinem prächtigen ehemaligen Rathaus vorbei. Da ich an einem Donnerstag dort war, konnte ich noch Middelburgs bunten Wochenmarkt hautnah erleben und wünsche Dir viel Freude mit meinen Fotos vom Marktplatz mit seinem herrlichen Rathaus, dem Herz der Provinzhauptstadt. 🙂















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