Das malerische Ostseebad Prerow der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit seinem feinsandigen Strand, den traditionellen Kapitänshäusern und den typisch bunten Darßer Haustüren, umgeben vom urwüchsigen Darßer Urwald, besitzt mit der Seemannskirche, die älteste Kirche in der Region, die an der höchsten Stelle des Kirchenortes erbaut wurde, um diese vor Sturmfluten zu schützen. Dadurch überstand die Kirche, die von 1726 bis 1728 als Fachwerk-Kirche errichtet und deren Fachwerk ab 1740 durch roten Backstein ersetzt wurde, die große Sturmflut am 13. November 1872 unbeschadet. Der damalige Wasserstand der Sturmflut ist bis heute an der Außenseite der Kirchhofmauer ablesbar. Die Seemannskirche verdankt ihren Namen der Tatsache, dass ihr Holzturm im Westen den Seeleuten über 100 Jahre lang als Orientierungspunkt den Weg von der Ostsee in die Mündung des Prerowstromes und zum Prerower Hafen zeigte. Diese Funktion hatte der Turm bis Inbetriebnahme des Leuchtturms Darßer Ort am 1. Januar 1849 inne. Da die Seemannskirche sich auf dem Zingster Boden befindet, war diese bis zur Schüttung des Damms nur mit der Fähre erreichbar. Sie ist auch die einzige Kirche, die während der Zeit in der Darß und Zingst zu Schwedisch-Vorpommern gehörte, errichtet wurde. Bis heute erinnert sie daran, dass die Halbinsel das Land der Kapitäne und Seeleute war und die Schifffahrt einst zum Wohlstand beitrug. Im Inneren der Kirche sticht der Kanzelaltar von 1733 ins Auge, der von Elias Keßler geschaffen wurde. Ebenfalls beeindruckend neben der Taufkapelle aus dem Jahr 1740 von Michael Müller mit den prächtigen Karyatiden in Engelform, ist die 1848 erbaute Orgel von Friedrich Nehrlich sowie das im Mittelschiff schwebende Modellschiff „Napoleon“, das 1850 vom Wiecker Seemann Karl Bohn erbaut wurde. An der Nordseite hängen noch die Modellschiffe „Peter Kreft“ aus dem Jahr 1780 und das Modellschiff „Teutonia“ aus dem Jahr 1848, die auch von Privatpersonen gebaut und der Kirche gestiftet wurden. Auch der prächtige Messingkronleuchter aus dem Jahr 1728 war ein Geschenk von den Bauern aus Prerow, deren Namen in die Kugeln eingraviert sind. Den bemerkenswerten Glaskronleuchter im Altarraum stiftete eine Schiffsmannschaft, die um 1800 mit ihrem Schiff vor der Küste Prerows strandete und gerettet wurde. Auch das Ölgemälde über dem Eingangsportal, das die Bedeutung der christlichen Seefahrt zeigt, war ein Geschenk. Dieses wurde von einem Vater gestiftet, dessen Sohn, der Seemann Johan Heinrich Bechel aus Kopenhagen, am 13. Dezember 1690 vor dem Zingst strandete, wo er den Seemannstod fand. Doch nicht nur das Kircheninnere, sondern auch der Kirchhof mit seinem Friedhof erzählen die Lebensgeschichten aus früheren Zeiten mit den alten Grabsteinen von Kapitänsgräbern um 1800. Die Seemannskirche in Prerwo ist ein echter Zeitzeuge einer längst vergangen Zeit, in der jedes Jahr am 2. Sonntag im August das Seemannskirchfest stattfindet. Im Winter wird dort das Seemannskirchen-Winterfest veranstaltet. Auch ich besuchte das älteste Gotteshaus der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und wünsche Dir viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂




























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