Im Herzen der Stadt Helmond in der niederländischen Provinz Nordbrabant befindet sich mit dem Schloss Helmond das größte Wasserschloss der Niederlande, das umgeben von einem riesigen Wassergraben sowie einem malerischen Schlossgarten mit faszinierenden Skulpturen verschiedener Künstler ist. Dieses über 700 Jahre alte Schloss mit seinem quadratischen Grundriss und den charakteristischen runden Türmen an jeder Ecke sowie dem großen Schlossgraben hatte einst vermutlich Lodewijk Berthout van Berlaer, Herr zu Helmond, in Auftrag gegeben. Mit dem Bau des neuen Schlosses wurde ab 1325 begonnen, der bis 1350 dauerte. Das neue Schloss diente nicht nur als Bollwerk zur Sicherung und Verteidigung der Nordostgrenze des Herzogtums Brabant, sondern es war auch ein Symbol der Macht der Familie Berlaer. Bis zur Fertigstellung des neuen Schlosses lebte die Familie im „Alten Haus“, einer Holzburg mit Wohnturm, das nur 100 Meter entfernt vom Schloss in einem Torfmoor im Tal der Aa lag. Dieser hölzerne Schlosskomplex war das erste Schloss von Helmond, das zwischen 1170 bis 1175 erbaut worden war. Dort wohnte auch Maria von Brabant, die Tochter von Heinrich I. von Brabant. Diese ehelichte Kaiser Otto V., wodurch sie Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches wurde. Nachdem Tod ihres Ehemannes ging diese 1218 mit dem Grafen Wilhelm I. von Holland erneut den Bund fürs Leben ein. Maria, die äußerst gläubig war, ging gern auf die Jagd. Eines Tages soll diese laut Legende beim Jagdausritt mit ihrem Pferd im Moor stecken geblieben sein. In ihrer Verzweiflung versprach sie genau an der Stelle eine Abtei zu errichten, wenn sie gerettet werden würde. Tatsächlich wurde Maria aus ihrer misslichen Lage befreit, die Wort hielt und das Kloster Binderen stiftete. Der Name leitet sich von Marias Hilferuf: „Ik binder in“, was auf deutsch „ich stecke fest“ heißt, ab. Das Schloss Helmond, das sein heutiges Aussehen erst im späten 17. Jahrhundert erhielt, musste nicht nur der Belagerung durch Prinz Moritz von Oranien im Achtzigjährigen Krieg, sondern auch einem großen Brand im Jahr 1549 trotzen, bei dem es große Schäden erlitt. Im Laufe der Jahrhunderte was das Schloss die Residenz von 4 Adelsfamilien. Diese waren die Familie van Berlaer, die Familie van Cortenbach, die Familie van Arlberg und die Familie Wesselman van Helmond. Letztere war auch für den Bau des Zuid-Willemsvaart-Kanals verantwortlich. Doch anno 1923 vermachte der letzte Spross der Familie Wesselman van Helmond der Stadt das Schloss. Große Teile des Schlossgartens wurden an die Firma Vlisco, die dort ihre riesigen Fabrikhallen errichteten, veräußert. Die Stadt ließ die Burg nach dem Entwurf von J. W. Hanrath in ein Rathaus umbauen. Dieses beherbergt neben dem Standesamt, wo Paare den Bund fürs Leben eingehen können, auch seit 1982 das Museum Helmond, das Einblicke in die Stadt- und Schlossgeschichte von Helmond gibt. Auch ich besuchte das Schloss Helmond, dessen Besichtigung der alten Gemäuer mich die jahrhundertealte Schlossgeschichte hautnah erleben ließ und wünsche Dir viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂





























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