Ein brutales Massaker bei dem eine ganze Bäckerfamilie und deren Bedienstete ermordet wurden, ereignete sich vor über 500 Jahren in der österreichischen Hauptstadt Wien. Dort hatte der Bäckermeister Leonhart Reisner in der Herrengasse 17 seinen Bäckerladen, wo er gemeinsam mit seiner Ehefrau, seiner 7 Jahre alten Tochter sowie einer Magd und einem Knecht wohnte. Vor Kurzem hatte dieser den Gesellen Bartholomäus angestellt, der nachdem er erfolgreich seine Bäckerlehre in Regensburg absolviert hatte, auf Wanderschaft nach Wien gegangen war. Bartholomäus war ein tüchtiger junger Mann, der schnell das Vertrauen des Bäckermeisters gewonnen hatte. Dieser machte schon bald keinen Hehl daraus, dass er seine Einnahmen hinter dem Ofen versteckte. Dies sollte sich jedoch als fataler Fehler herausstellen. Denn in der Nacht auf den 23. November 1500 erschlug Bartholomäus zuerst den Knecht, mit dem er seine Schlafstube im Dachgeschoss teilte. Danach schlich er sich in die Schlafkammer des Bäckermeisters, wo er sowohl den Bäcker als auch seine Ehefrau mit dem Beil tötete. Als plötzlich die Magd aufgrund des Lärms dort auftauchte, musste auch diese das Zeitliche segnen. Anschließend ging Bartholomäus in die Backstube. Er holte die versteckten Silbermünzen hinter dem Ofen hervor. Just in diesem Moment stand die Tochter des Bäckers vor Bartholomäus, die er kurzerhand auch ums Eck brachte. Danach flüchtete er mit seiner Beute aus Wien. Schnell fiel der Verdacht auf Bartholomäus, der sich auf der Flucht befand. Der Fünffachmord schlug in ganz Österreich hohe Welle, so dass der Kaiser Maximilian I. höchstpersönlich eine Fahndung an den Rat von Regensburg schickte, den er um die Auslieferung des Gesellen bat. Nur wenige Monate nach der grausamen Auslöschung der ganzen Familie konnte Bartholomäus am 2. Januar 1501 in Regensburg dingfest gemacht werden. Er wurde in Ketten gelegt und mit dem Donauschiff nach Wien gebracht, wo er unter Folter den Fünffachmord gestand. Diesen hatte er wegen seiner Schulden verursacht durch seine Spielsucht begangen. Er wurde vom Wiener Stadtrichter Laurenz Hutendorfer zum Tod durch Pfählen verurteilt. Dieses Todesurteil wurde Anfang März vollstreckt. Zuerst hackten die Henkersknechte Bartholomäus die Finger ab, bevor sie ihn mit glühenden Zangen quälten. Dann wurde er auf ein Pferd gebunden, das ihn über die 5 großen Plätze in Wien bis zur Hinrichtungsstätte auf der Gänseweide schleifte, wo schon eine große aufgebrachte Menschenmenge auf den Mörder wartete. Unter deren Augen wurde er zunächst gerädert. Anschließend steckten ihn die Henkersknechte auf den Pfahl bis dieser aus Bartholomäus Hals ragte. Bartholomäus erlitt einen grausamen Tod, der Stunden dauerte. Dies war die letzte Hinrichtung, die in Wien durch Pfählung erfolgte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Regensburg und seiner historischen Wurstküche, der Geburtsstadt des Bäckergesellen Bartholomäus. 🙂













Entdecke mehr von Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
