Helsinki – die weiße Stadt Finnlands mit Sauna-Gondel im Riesenrad

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Helsinki, die finnische Hauptstadt mit ihren über 600.000 Einwohnern, beeindruckt mich immer wieder mit ihrer Mischung aus Jugendstil und finnischem Design. Ich besuchte im Frühling dieses Jahres zum vierten Mal die finnische Metropole. Dabei startete ich meine Tour mit dem Besuch der Markthalle Vanha kauppahalli, das ist die erste und älteste Markthalle in Helsinki. Hier bieten über 120 Händler ihre finnischen und internationalen Delikatessen an. Ich liebe diese Markthalle im roten Backsteingebäude aus dem Jahr 1888 mit ihren wunderbaren antiken Holzständen. Die Markthalle ist mittlerweile zu einer wahren Touristenattraktion geworden und viele Besucher schlemmen sich durch die Marktstände. Ich gönne mir jedes Mal frischen Lachs auf Roggenbrot. Dieses Brot wird aus Sauerteig herstellt und heißt Ruisleipä. Es ist das beliebteste Brot in Finnland und eine echte finnische Spezialität. Danach besuchte ich den Marktplatz am Hafenende nahe der Flaniermeile Esplanade. Dieser Platz ist voller Leben und diebischer Möwen. Hier trifft der Tourist den Einheimischen beim Kauf regionaler Produkte. Ich amüsiere mich stets wie die diebischen Möwen raffiniert versuchen den Besuchern ihr Essen aus den Händen zu klauen. Denn auf dem Marktplatz gibt es viele Stände, die typische finnische Delikatessen frisch zubereiten und die Möwen lauern gierig den Besuchern, die diese gekauft haben, abzuluchsen. Danach führte mich mein Weg weiter zum Senatsplatz, der mitten im Herzen der Stadt liegt. Dieser Platz beherbergt die Statue von Zar Alexander II., einst Herzog von Finnland und ein Freund der finnischen Selbstverwaltung. Auf der einen Seite des Platzes steht der Regierungspalast, vormals der Senat des Großherzogtums. Auf der anderen befindet sich die von Carl Ludwig Engel im Jahre 1830 gestaltete Universität der Wissenschaft. Unweit von ihr steht die Nationalbibliothek, die die älteste und wichtigste Bibliothek Finnlands ist. Die Nordseite des Platzes wird fast vollständig von der Evangelischen Kathedrale, dem Dom zu Helsinki, dem Wahrzeichen der Stadt eingenommen. Ihr Inneres erstrahlt hell und ist dem griechischen Kreuz nachempfunden. Die Gebäude auf dem Platz wurden ausnahmslos im klassischen Empire-Stil von dem berühmten Berliner Architekten Carl Ludwig Engel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entworfen. Ich bin jedes Mal überwältigt von der Schönheit des Senatsplatzes. Der weiße Dom zu Helsinki stellt dabei einen Kontrast zu der Uspenski-Kathedrale dar. Diese wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Gotteshaus für die Russisch-Orthodoxe Glaubensgemeinschaft gebaut und symbolisierte damals die russische Herrschaft über Finnland. Die Kirche birgt mit ihren 13 Zwiebelkuppeln wundervolle russische Ikonen und bietet einen Traumblick auf die Stadt. Sie zählt jährlich 500.00 Besucher und ist eine wichtige Sehenswürdigkeit in Helsinki. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten wie das Sederholmhaus, eines der ältesten Steinbauten im Zentrum Helsinkis aus dem Jahr 1757 oder der Finlandia-Halle, eine moderne Konzert- und Kongresshalle, die mit weißen Carrara-Marmor verkleidet ist und 1971 nach dem Entwurf des finnischen Architekten Alvar Aalto gebaut wurde, gibt es im Zentrum Helsinki, das berühmte Kaufhaus Stockmann. Tatsächlich ist dieses Kaufhaus seit 1930 ein Wahrzeichen Helsinki. Für mich gibt es keinen Besuch von Helsinki, ohne dass ich in diesem Kaufhaus mit einer Verkaufsfläche von über 50.000 Quadratmetern war. Ich genoss es im Stockmann einfach ein wenig zu shoppen. Neben den vielen geschichtsträchtigen Gebäuden, gibt es in Helsinki wunderbare Museen wie das Staatliche Kunstmuseum Athenäum. Es ist das älteste Kunstmuseum in Finnland und beherbergt Finnische Kunst mit Exponaten aus den Jahren 1700 bis 1960. Darüber hinaus gibt es das Mannerheim-Museum, das eine faszinierende Sammlung von Erinnerungsstücken, die Marschall Carl Gustaf Mannerheim von seinen Forschungsreisen rund um die Welt mitbrachte, zeigt. Auch das Nationalmuseum ist sehr sehenswert. Es beinhaltet Exponate der finnisch-urgischen Völker mit Trachten und Gebrauchsgegenständen aus dem täglichen Leben. Auch die Besichtigung der Felsenkirche, Temppeliaukion Kirkko, die in den graniten Untergrund gesprengt wurde und deren Innenwände aus fünf bis acht Meter hohen unbehauenen Felsen besteht, ist absolut sehenswert. Die moderne Kirche wurde von den Architekten Timo und Tuomo Suomalainen 1969 geweiht. Doch leider verging mein Aufenthalt in Helsinki im Fluge und es blieb keine Zeit das größte Sportstadion Finnlands, das Olympiastadion, in denen 1952 die Olympischen Spiele ausgetragen wurden oder den Brunnenpark, Kaivopuisto, dem teuersten Stadtviertel Helsinkis, zu besuchen. Darum beendete ich meinen Helsinki-Aufenthalt mit dem Genuss einer typisch finnischen Spezialität, der Zimtschnecke, auch Korvapuusti genannt. Das bedeutet zwar Ohrfeige, gemeint sind aber Zimtbrötchen. Ein unbedingtes Muss bei einem Finnlandbesuch. Diese Zimtbrötchen sind super lecker und gelten als die besten der Welt. Ich kann nur sagen, dass diese Aussage für mich stimmt. Bevor ich es vergesse, dass die Finnen anders ticken, merkte ich an dieser Kuriosität. Denn in Finnland gibt es auf dem Katajanokka Hafen ein Riesenrad, auch Finnair SkyWheel genannt. Das 40 Meter hohe Allwetter-Riesenrad ist mit 30 klimatisierten blau-weißen Gondeln ausgestattet und bietet neben einer speziellen VIP-Kabine mit Glasboden, Ledersitzen und Champagner-Service auch eine Sauna-Kabine mit atemberaubenden Meerblick und Whirlpool am Boden an. Diese Gondel hat Platz für 4 bis 5 Personen und bietet ein einmaliges Erlebnis. Wer kann schon sagen, dass er hoch über den Wolken in einer Riesenrad-Gondel sauniert hat. Die Sauna-Gondel ist echt verrückt, aber eine wirklich coole Attraktion, die zeigt, dass die Finnen nicht ohne ihre geliebte Sauna auskommen. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von der finnischen Hauptstadt Helsinki, eine meiner skandinavischen Lieblingsmetropolen. 🙂

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