Fat Car: Fettes Auto in Le Havre

Bei meinen Spaziergang durch die Hafenstadt Le Havre entdeckte ich durch Zufall ein wahres Kunstwerk, das „Fat Car“ von dem österreichischen Künstler Erwin Wurm. Ich traute meinen Augen nicht, als ich dieses skurrile Auto erblickte. Das silberfarbene Auto mit seinen überdimensionierten Formen befindet sich auf dem Gelände des Hotels Dubocage Bléville, einem ehemaligen Herrenhaus, das in ein Museum umgewandelt wurde und im historischen Herzen von Le Havre im Viertel Saint-François steht. Die wunderschöne Stadtvilla gehörte dem Handelsherrn Michel Dubocage de Bléville, der sich durch einen Vertrag mit China und durch die Entdeckung der Insel von Clipperton, einst ein französisches Territorium vor der Küste Mexikos mit dem Namen Ile de Passion, ein bedeutendes Vermögen erwarb. Nach seiner Rückkehr kaufte er das Anwesen im Stadtteil Saint-François, das er umbaute und erweiterte. Ich begab mich in den schön gepflasterten Innenhof, um das Auto aus der Nähe zu betrachten. Ich war sofort fasziniert von dem aufgeblähten, voluminösen Auto, das sich mir als fettes, groteskes Monster präsentierte. Der Künstler Erwin Wurm veranschaulicht durch seine Transformation der Objekte, Häuser und Körper die Absurditäten unserer Welt und zeigt so das Missverhältnis von Industriegesellschaften auf, in denen der Mensch durch Überkonsum zu existieren scheint. Die ersten Fat Cars entstanden in den 2000 er- Jahre und sind mittlerweile nicht nur begehrte Sammlerstücke, sondern auch wahre Publikumsmagneten. Dieses Phänomen durfte ich in Le Havre erleben, denn tatsächlich pilgern viele Menschen zum Hotel Dubocage Bléville, um sich zusammen mit dem aufgeblähten Auto zu fotografieren. Denn diese fetten Autos sind perfekt geeignet für ein spektakuläres Insta-Pic. Denn was wären wir heute ohne Social Media. 🙂 Ich schaute mir das Monstrum eine ganze Weile an, bevor ich meine Entdeckungstour durch Le Havre fortsetzte. Mir kamen die Worte des expressionistischen Malers Paul Klee in den Sinn, der einst weise sagte: „Kunst gibt doch nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar!“. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Impressionen vom Fat Car in Le Havre. 🙂  

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