Die Bergkirche aus dem 9. Jahrhundert erbaut auf einem Druidenplatz

Isabella Müller Heidelberg @isabella_muenchen

Über einem kleinen Dorf namens Heinsheim, einem Ortsteil der baden-württembergischen Stadt Bad Rappenau, thront auf einem Höhenzug eine Bergkirche aus dem 9. Jahrhundert. Diese Bergkirche zählt zu den ältesten Landkirchen in Südwestdeutschland und wurde auf einem Druidenplatz errichtet. Druidenplätze blicken auf eine Jahrtausende alte Tradition zurück. So wurden besondere Berge oder Quellen als Kultstätten genutzt, von denen eine magische Energie ausging, die eine vorteilhafte Wirkung für den Körper, den Geist und die Seele hatten. Ein solcher Ort war der Höhenzug über Heinsheim. Hier wurde einst eine hölzerne Taufkapelle an einer heute noch fließenden Brunnenquelle erbaut und später durch einen einschiffigen Steinbau mit flacher Decke und imposanten Turm im romanischen Baustil errichtet. Die Bergkirche, die sich 110 Stufen über dem Ort Heinsheim erhebt, wurde erstmals im Jahr 965 im Cartularium Wormatiense schriftlich erwähnt. Doch archäologische Funde bezeugen ihre Nutzung bereits zu Zeiten der Römer und ab dem 7./8. Jahrhundert. Die Bergkirche ist dem Heiligen St. Hilarius geweiht und war vom hohen Mittelalter bis zum Aussterben des Geschlechts der Herren von Ehrenberg 1674 deren Hauptkirche und Grablege. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Kirche mehrfach renoviert. Schon von Weitem erblickte ich den quadratischen Turm der Kirche, die ich über ein schlichtes Holzportal betrat. Mein erster Blick fiel auf die Wand- und Deckenfresken im Chorraum, die im Jahr 1957 freigelegt wurden. Besonders beeindruckend war für mich das Wandfresko des Heiligen Christophorus, das aus dem Jahr 1280 stammt und 1963 zufällig bei einer Innenrenovierung entdeckt wurde. Im Kreuzgewölbe des Turms über dem Altar befinden sich die ältesten Fresken der Kirche, die vier Evangelistensymbole, die aus der Zeit um 1250 stammen. Ich bestaunte die Fresken der Seitenwände des Chors, die Christus auf dem Thron des Richters und auf dem Thron der Gnade zeigen. An der östlichen Rückwand des Chores befinden sich spätgotische Fresken aus dem Jahr 1500 mit den beiden Heiligen St. Hilarius und St. Maximinus in mittelalterlicher Bischofstracht mit Rittern von Ehrenberg auf ihren Wappen kniend. Auch die Grabplatten des Rittergeschlechts der Ehrenberg konnte ich an den Wänden des Chorraums bewundern. Im Jahr 1959 wurde der aktuelle schlichte Steinaltar aufgestellt und dabei wurden in 1 Meter Tiefe sechs alte Rittergruften gefunden. Die Grabplatten stammen aus der Zeit von etwa 1400 bis 1700. Im Kirchenschiff befindet sich das größte Grabdenkmal für den Ritter Johann Heinrich von Ehrenberg und seiner Frau Margaretha mit ihren acht Kindern. Beeindruckend war für mich auch die gotische Taufkapelle mit handgeschnitzten Christuskopf aus Basalt und schönen Ornamenten auf der Außenseite sowie Sterne und Flammen am Innendach mit dem Haupt Johannes des Täufers. Auf der Westseite des Langhauses gegenüber dem Steinaltar befindet sich die Orgelempore. Auch die bunten Mosaikfenster sind absolut sehenswert und zauberten ein herrliches Lichtspiel im Innenraum der Kirche. Selbst die Außenansicht der Kirche ist ein echter Hingucker mit ihren massiven Wehrmauern und dem angrenzenden Friedhof mit seinen großen Grabsteinen, der jedoch ab 1777 nicht mehr genutzt wurde. Darüber hinaus entdeckte ich die Brunnenquelle, die in fränkischer Zeit ein Missions- und Taufplatz war. Die idyllische Lage der Bergkirche mit der Brunnenquelle, dem massiven Steinbau und dem Friedhof hatte etwas Mystisches an sich und übte einen besonderen Reiz auf mich aus. Ich hatte noch nie einen so alten Sakralbau gesehen, der eine unglaubliche Energie ausstrahlte. Die Bergkirche Heinsheim ist eine besondere Kirche, die von der evangelischen Kirchengemeinde im Wechsel mit der Schlosskapelle in Heinsheim bis heute für Gottesdienste genutzt wird. Ich kam an diesem Ort zur Ruhe und konnte positive Energie tanken und positive Gedanken finden. Denn wie sagte schon Buddha: „Was Du denkst, bist Du. Was Du bist, strahlst Du aus. Was Du ausstrahlst, ziehst Du an.“ In diesem Sinne wünsche ich Euch einfach viel Freude mit meinen Fotos der Bergkirche Heinsheim. 🙂

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