Die sagenumwobene Blutgasse in Wien

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Ich erkunde liebend gern außergewöhnliche Orte. Diesmal begab ich mich auf Entdeckungstour zum legendären Wiener Blutgassenviertel. Dieses Viertel zählt zu den ältesten Vierteln Wiens und befindet sich unweit Wiens Wahrzeichen, dem berühmten Stephansdom. Nach wenigen Gehminuten war ich auch schon im geschichtsträchtigen Blutgassenviertel bestehend aus 7 alten Gebäuden und der berüchtigten Blutgasse angekommen. Die Blutgasse mit ihrem alten Kopfsteinpflaster und den hohen Häusern, die auf Fundamenten aus dem 12. Jahrhundert stehen, ist die wohl populärste Gasse Wiens, um die sich die meisten Legenden ranken. Selbst der Verein für paranormale Untersuchungen, die Vienna Ghostbusters, untersuchten die Gasse schon. Doch was hat es mit dieser Gasse auf sich? Vielleicht hilft ein Blick auf ihre unzähligen Sagen, die um die Blutgasse geistern. Eine davon ist, dass während der Auflösung des französischen Ritterordens, der Templer, im Jahr 1312 alle Mitglieder in der Blutgasse bestialisch abgeschlachtet worden sein und die ganze Gasse mit ihrem Blut getränkt haben soll. Eine andere Legende besagt, dass sich in der Blutgasse Schlachträume befunden haben, von denen das Blut durch Rinnen in die Gasse geleitet wurde, abfloss und die Gasse so ständig mit Blut durchtränkt war. Auch soll die berüchtigte Lady Bathor hier ihr Unwesen getrieben haben. Diese ungarische Gräfin war die größte Serienmörderin aller Zeiten, die über 650 junge Frauen auf grausame Weise zu Tode folterte. Sie war die Großnichte von Graf Dracula und soll sich im Blut der ermordeten Jungfrauen gebadet haben, um ihr jugendliches Aussehen zu erhalten. Auch sollen in der legendären Gasse die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits verschwimmen, so dass man sich nie sicher sein kann, wenn man hier Menschen trifft, ob diese noch unter den Lebendigen weilen oder schon längst verstorben sind. Ob Humbug oder auch nicht, das sei dahingestellt. Mein Besuch der Blutgasse, die die Singergasse mit der Domgasse verbindet und am Mozarthaus Nr. 5 endet, in dem das Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart eine Zeitlang wohnte, bot mir nicht nur allerhand Schauergeschichten, sondern ich entdeckte dort tatsächlich schön angelegte Innenhöfe mit einigen Künstlerateliers. Dies war jedoch nicht immer so. Davon zeugt der frühere Name der Gasse, die vor 1550 nicht „Pluthgessel“, sondern „Kothgessel“ hieß. Denn im Mittelalter gab es in den Innenhöfen tiefe Graben, die als Toiletten dienten. Heute zählt das Viertel trotz seiner sagenumwobenen Vergangenheit zu den romantischten Vierteln Wiens mit seinen alten Gemäuern, verwinkelten Gassen und den malerischen Innenhöfen. Ein Abstecher dorthin lohnt sich immer und sei es nur um für wenige Minuten dem Großstadttrubel zu entfliehen. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der legendären Blutgasse im Herzen Wiens. 🙂

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