Die Schottenkirche: seit über 850 Jahren leben, beten und arbeiten dort irische Benediktinermönche

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Auf einem der größten und bekanntesten Plätze in Wien, der Freyung, befindet sich die Schottenkirche. Ihre Geschichte reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, als Heinrich II., Herzog von Bayern, irische Benediktinermönche nach Wien berief. Bald wurde eine romanische Basilika „Unserer lieben Frau zu den Schotten“ mit drei Schiffen, die dem Heiligen Georg geweiht wurde, erbaut. Diese wurde 1443 während eines Erdbebens schwer beschädigt. Aufgrund von Geldmangel erfolgte 1449 ein unsachgemäßer Wiederaufbau. Dieser hatte zur Folge, dass am 21. Mai 1634 vor dem Antlitz des Kaiser Ferdinands II. Steine vom Dach fielen. Durch einen Blitzeinschlag im darauffolgenden Jahr ging der Turm in Flammen auf. Nach Wiederherstellung des Turms stürzte dieser zwei Jahre später ohne ersichtlichen Grund in sich zusammen. Nach all diesen verheerenden Ereignissen wurde die Schottenkirche, deren Name sich vom lateinische Namen von Irland, „Scotia Minore“, ableitet, komplett neu gestaltet. Dank den Architekten Carlo Carlone und Marco Spazzio entstand ein barockes Kirchenjuwel, dessen Turm im Jahr 1893 ein Helmdach erhielt. Der berühmte Architekt Heinrich Ferstel nahm in den Jahren 1883 bis 1889 grundlegende Änderungen in der Innenausstattung vor. Eine Fassadenneugestaltung erfolgte 1892 durch Alois Hauser und eine erneute umfassende Renovierung wurde 1994 vorgenommen. Diese altehrwürdige Kirche besuchte ich zum ersten Mal und ich war vom hochbarocken Saalbau mit seinem Tonnengewölbe und mehreren Kapellen sofort beeindruckt. Neben dem Hochaltar mit seinem wunderschönen Innsbrucker Glasmosaik, sind vor allem die herrlichen Deckengemälde von Julius Schmid von einzigartiger Schönheit. Ein weiteres Highlight befindet sich in der Romanischen Kapelle der Kirche, die die älteste Marienstatue Wiens beherbergt. Die Schottenkirche in der seit mehr als 850 Jahre Benediktinermönche leben, beten und arbeiten, hatte mich nicht nur wegen ihrer Geschichte, sondern auch wegen ihrer architektonischen Schönheit beeindruckt. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieses außergewöhnlichen Sakralbaus im Herzen der Altstadt Wiens. 🙂

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