Das Gottesackertor: einst mächtiges Bollwerk im Westen der 1250-jährigen Stadt Bretten

Isabella Müller Bretten Heidelberg @isabella_muenchen

Bei meinem Altstadtspaziergang durch Bretten kam ich auch am geschichtsträchtigen Gottesackertor vorbei. Dieses einst mächtige Bollwerk mit Turm sicherte eine der wichtigsten Ausfallstraßen im Westen, die in Richtung Diedelsheim, Heidelsheim und nach Heidelberg führte. Deshalb hieß das Tor früher Diedelsheimer Tor oder Heidelberger Tor. Als der Friedhof vor die Stadtmauer verlegt wurde, wurde das Tor in Gottesackertor umbenannt. Denn alle Begräbniszüge aus Bretten mussten ebenso wie die Kaufmannswagen, die zur Frankfurter Messe fuhren, dieses Tor passieren. Im Zuge des Landshuter Erbfolgekrieges als die kurpfälzische Stadt Bretten im Juni 1504 durch das Heer von Herzog Ulrich von Württemberg belagert wurde, erlangte das Tor an Berühmtheit. Denn durch dieses Tor kamen am 9. Tag der Belagerung auf Befehl des pfälzischen Kurfürst Philipp 1.500 Landsknechte zur Verteidigung nach Bretten, die unter dem Kommando des Hauptmanns Hans von Hattstadt standen. Nach erfolgreicher Abwehr der Stadtbelagerung der württembergischen Truppen war es das Gottesackertor durch das die Brettener aus der Stadt strömten. Während des Pfälzer Erbfolgekrieges 1689 wurde Bretten fast vollständig zerstört. Die insgesamt drei Tore der Stadtbefestigung, das Weißhofer Tor im Osten und das Salzhofer Tor im Süden, wurden daraufhin nach und nach entfernt. 1833 wurde das Gottesackertor als letztes Tor der alten Brettener Stadttore abgerissen. Als Erinnerung an die ehemaligen Torstandorte wurde jeweils ein kleines Türmchen auf den Häusern neben den Toren errichtet. Das Gottesackertor war früher ein mächtiges Bollwerk, von dem heute keine baulichen Überreste mehr vorhanden sind. Trotzdem war mein kurzer Abstecher dorthin lohnenswert, da ich Einblicke in die mittelalterliche Stadtgeschichte Brettens bekam. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

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