Inmitten des malerischen Waldgebietes der Rostocker Heide und nur 8 Kilometer vom mecklenburgischen Seeheilbad Graal-Müritz entfernt, liegt das prächtige Jagdschloss Gelbensande, das zu den 10 bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern zählt. Dieses Schloss wurde als Sommerresidenz im Auftrag des Großherzog Friedrich Franz III. nach den Plänen des mecklenburgischen Hofbaurats Gotthilf Ludwig Möckel im englischen Landhausstil 1885 errichtet und mit seiner herrlichen Ausstattung 1887 vollendet. Das Jagdhaus diente dem lungenkranken Großherzog und dessen Ehefrau, der Großherzogin Anastasia Michailowna Romanowa, als privates Familiendomizil im Sommer. Da die Großherzogin in engen Kontakt zum russischen Zarenhof stand, deren Vater, der Großfürst Michail Nikolajewitsch Romanow war, der etliche Rubel für die Finanzierung des Schlosses springen ließ, finden sich auch Gestaltungselemente in Anlehnung an russische Schlösser wie die hölzerne Überdachung des Haupteinganges wieder. Der Großherzog und die Großherzogin liebten den Sommersitz innerhalb der Waldlandschaft mit seinem wunderbaren Klima. Auch ihre drei gemeinsamen Kinder fühlten sich dort pudelwohl. Anno 1879 wurde deren erste Tochter Alexandrine geboren, die nach der Großmutter des Großherzogs, der Tochter des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. und der Kurfürstin Luise benannt wurde. Diese war später die Königin von Dänemark. Ihr zweites Kind erblickte 1882 das Licht der Welt. Mit diesem wurde der ersehnte Thronfolger und spätere Nachfolger seines Vaters, Friedrich Franz IV. geboren. Das dritte und letzte Kind des Großherzogs, Cecile, wurde 1886 geboren. Dieses verlobte sich am 4. September 1904 mit Kronprinz Wilhelm von Preußen, dem Sohn des Kaisers Wilhelm II. im Jagdschloss, das nach dem Tod von dem Großfürst Friedrich Franz III. Ceciles Mutter als Witwensitz nutzte. Das Jagdschloss, mit dem Cecile viele liebgewordene Erinnerungen verband, diente später als Vorbild für das berühmte Potsdamer Schloss Cecilienhof. Da die Großherzogin Anastasia eine passionierte Tennisspielerin war, existierte unweit des Schlosses sogar ein Tennisplatz. Eine besondere Bedeutung kam dem Schloss 1945 zu. Am 1. Mai blieb auf den Bahngleisen nur einen Katzensprung vom Schloss entfernt ein aus Pommern evakuiertes, aus 2 Eisenbahnzügen bestehendes Lazarett liegen. Der Kommandant hatte erfahren, dass das Jagdschloss zur Zeit ungenutzt war, weshalb er dort ein Hilfslazarett für die 750 Verwundeten einrichtete. Danach wurde das Schloss als TBC-Lungenheilstätte genutzt, das bis Anfang der 80er Jahre als Krankenhaus und Pflegeheim diente. Von 1985 bis zur Wende 1990 nutzte die Gemeinde Gelbensande das Jagdschloss, in dem seit Mai 1998 man den Bund fürs Leben eingehen kann. Das malerische Jagdschloss befindet sich seit 2008 in Privatbesitz. Neben einem gastromischen Betrieb, gibt es auch ein Museum im Jagdschloss. Durch Zufall hatte ich das Jagdschloss bei meiner Entdeckungstour über die Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst entdeckt, zudem ich spontan einen Abstecher hin machte und Dir viel Freude mit meinen Fotos davon wünsche. 🙂






















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