La Cathédrale Notre-Dame: Das architektonische Juwel Straßburgs mit spektakulärer Weihnachtskrippe

Isabella Mueller Straßburg @isabella_muenchen

Das Straßburger Münster, auf französisch La Cathédrale Notre-Dame, ist ein Meisterwerk der europäischen Architekturgeschichte und weltbekannt. Jährlich strömen Millionen Menschen aus der ganzen Welt in die Stadt, um das über 1000 Jahre alte Wahrzeichen Straßburgs zu besuchen. Ich war eine von ihnen, die dem Liebfrauenmünster einen Besuch abstattete. Schon allein die Sandsteinfassade mit den Portalstatuen und der Fensterrose mit 15 Meter großen Durchmesser sowie ihr imposanter 142 Meter hoher Turm beeindruckten mich sehr. Dieser ist eine technische Meisterleistung, die bis ins 19. Jahrhundert hinein unerreicht war. Nach kurzer Taschenkontrolle konnte ich das Münster von Innen erkunden. Ich hatte dabei großes Glück und kam noch in das Vergnügen, trotz das Weihnachten längst vorbei war, Ende Januar die spektakuläre Weihnachtskrippe bewundern zu können. Denn die Weihnachtskrippe ist im Straßburger Münster vom 23. November 2019 bis 03. Februar 2020 im Seitenschiff aufgebaut. In ihr sind die fünf Szenen: die Verkündigung, die Heimsuchung, die Geburt Jesu, die Huldigung der Weisen und die Darstellung im Tempel zusehen. Ich war fasziniert von der großen Krippe mit ihren wunderbar gearbeiteten Holzfiguren und bestaunte sie eine ganze Weile, bevor meine Erkundungstour des Münsters weiter ging. Neben der wunderschönen weißen Sandstein-Kanzel, die von Johannes Hammer 1486 geschaffen wurde und als Meisterwerk der spätgotischen Steinmetzkunst gilt, ist die Astronomische Uhr und die Silbermann-Orgel absolut sehenswert. Seit dem Mittelalter beherbergt das Münster im Seitenschiff neben dem Altar die Astronomische Uhr, dessen Erschaffer der Überlieferung nach geblendet wurde, um das Geheimnis des Mechanismus nicht verraten zu können. Denn die Mechanik der Uhr setzt ein Räderwerk mit Figuren in Bewegung. So ziehen die Apostel an Jesus vorüber und beim Vorübergehen des vierten, achten und zwölften Apostels kräht oben ein Hahn. Dieses einzigartige Spektakel findet jeden Tag um 12.30 Uhr statt und ist wirklich unglaublich schön zu betrachten. Nicht minder schön sind die Engelspfeiler vor ihr. Diese dienen vor allem der Stabilisierung des Gewölbes am südlichen Querschiff. Die Pfeiler tragen auch den Namen Weltgerichtpfeiler, da sie auf drei Ebenen das Weltgericht und den Jüngsten Tag mit Jesus oben auf dem Richterstuhl darstellen. Ein weiteres Prunkstück ist die berühmte Orgel, die von Andreas Silbermann 1716 erbaut wurde. Mich beeindruckte ihr 20 Meter hohes, vergoldetes Gehäuse, das aus dem Jahr 1489 stammt. Die Orgel hat 40 Register und 2602 Pfeifen. Der Sakralbau ist wirklich einzigartig und war in seiner heutigen Form so nicht vorgesehen. Als romanische Basilika 1015 erbaut und durch Brand zerstört, begann die Zeit der Gotik in Straßburg und so entstand aus einem anfangs romanischen Baustil ein gotischer und hochgotischer Sakralbau. Das Münster ist eine wahre Enzyklopädie der mittelalterlichen Architektur und wurde zwischen 1180 und 1439 erbaut. Als Zeuge der Spätromantik in den frühen Phasen seiner Errichtung mit dem Chor und Querschiff verbindet es ab dem 13. Jahrhundert die französische und germanische Gotik. Die Westfassade mit ihrer Kühnheit und der Steinspitze zeugt vom Können der Steinmetze der Straßburger Steinmetzloge. Dabei hat das Mittelschiff eine Länge von 130 Metern und ist 32 Meter hoch. Die Wände des Mittelschiffs gliedern sich in eine Arkadenzone mit einer Triforienzone darüber und einen Obergaden mit großen Fenstern. Das Besondere am Bau des Straßburger Münsters ist, dass das Westwerk mit Turm sich im Inneren zur Kirche hin öffnet. Dadurch wirkt das Innere wie ein gewöhnlicher Gewölbeabschnitt, auch Joch genannt. Ein weiteres Highlight des Münsters ist zweifellos die traumhafte Aussicht von der 66 Meter hohen Plattform, die ich über den Südturm nach einem kräftezehrenden Aufstieg auf einer schmalen Treppe mit 332 Stufen erreichte. Der Blick auf die Altstadt und die Rheinebene zu den Vogesen und zum Schwarzwald ist grandios. Neben dem Südturm gibt es noch den 142 Meter hohen Nordturm, der aber für die Allgemeinheit nicht zugänglich ist. Seit Oktober 2016 wird das Münster durch 500 angebrachte Lichtpunkte illuminiert, die den rosafarbenen Sandstein und die kunstvollen Skulpturen perfekt in Szene setzen. Ich war von meiner Besichtigung dieses architektonischen Juwels restlos begeistert. Euch wünsche ich einfach nur viel Freude mit meinen Fotos vom Straßburger Münster. 🙂

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